Onboarding und Personaladministration

Krankmeldung-Workflow und eAU-Triage mit BEM-Trigger KI-gestützt verarbeiten

anymize entfernt Klarname, PersNr, Geburtsdatum und KK-Nummer aus dem Krankmeldungs-Input. ICD-10-Diagnose-Codes und Folgedokumente (Reha-Antrag, BEM-Akte) gehören als Art.-9-Daten NIE in den KI-Prompt. Die KI prüft Anzeige § 5 EFZG, plausibilisiert eAU-Daten, berechnet kumulierte AU-Tage im 12-Monats-Rolling-Window und triggert BEM-Pflicht nach § 167 SGB IX bei > 6 Wochen.

Schwierigkeit: Fortgeschritten · Datenklasse: Beschäftigtendaten · Letztes Review:

Zur Orientierung gedacht. Die personalrechtliche Würdigung im Einzelfall bleibt selbstverständlich bei Ihnen — KI-Outputs sind vor jeder Verwendung zu prüfen. Mehr dazu am Ende.

01

Anwendungsbereich

Worum geht es hier?

KI im Onboarding und in der Personaladministration

Die Krankmeldung ist der häufigste personaladministrative Routine-Workflow überhaupt — täglich, hochsensibel, mit harten Rechtsfolgen (Entgeltfortzahlung § 3 EFZG, BEM-Pflicht § 167 SGB IX, Kündigungsschutz bei Krankheit). Dieser Vertical-UC vertieft UC-M-HR-016 für den Krankmeldungs-Eingangs-Sub-Workflow auf Personaladministrations-Seite. Die ICD-Diagnose-Codes verbleiben strukturell bei den Krankenkassen und in der separaten BEM-Akte — anymize hält Gesundheitsdaten konsequent aus dem KI-Kontext.

02

Für wen passt das?

Zielgruppe und Kontext

Rolle
Personalsachbearbeitung (AU-Eingang), Lohnbuchhaltung (Entgeltfortzahlung), HR-Operations, BEM-Beauftragte:r; sekundär Betriebsärztlicher Dienst, Schwerbehindertenvertretung, Betriebsrat.
Seniorität
Einsteiger bis Fortgeschritten — Tagesgeschäft.
Unternehmensgröße
KMU bis Konzern; KMU mit DATEV-Steuerberater haben externe eAU-Verarbeitung; Konzerne mit SAP HCM Time / Workday haben native eAU-Schnittstellen.
Spezifische Kontexte
(a) Routine-AU bis 6 Wochen mit Entgeltfortzahlung, (b) Langzeit-AU > 6 Wochen mit Krankengeld-Übergang, (c) wiederkehrende AU mit BEM-Trigger, (d) Schwerbehinderte (§ 84 SGB IX), (e) psychische Erkrankungen (BKK STD-0051: 17,4 % der Fehltage).
03

Die Situation in der Personalabteilung

So bringen Sie Tempo und Sorgfalt zusammen

Seit 01.01.2023 ist die eAU Pflicht: Krankenkassen stellen den AU-Datensatz digital bereit; MA muss nur nach § 5 Abs. 1 EFZG unverzüglich anzeigen, keine Papier-AU mehr vorlegen. Praxis: HR sammelt täglich Krankmeldungs-Anzeigen, gleicht mit eAU der GKV ab, bucht Fehlzeiten, leitet an Lohn weiter und trackt kumulierte AU-Tage für BEM-Pflicht § 167 SGB IX (> 6 Wochen in 12 Monaten). Bei 200 MA und ~10 % Fehlquote fallen 600+ AU-Vorgänge/Jahr an. Manuell binden 10–20 Min pro Vorgang. KI triagiert in 1–3 Min: Anzeige-Status, eAU-Plausibilisierung, Folge-AU vs. neue AU, kumulierte AU-Tage, BEM-Trigger, 42-Tage-Krankengeld-Übergang. DSGVO-rechtlich höchstsensibel: eAU an AG enthält KEINEN ICD-10 (nur KK bekommt den), aber Klarname + PersNr + KK-Nr + AU-Daten sind Klasse A. In Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) tauchen ICD-10 oder Gesundheitsdaten auf — Art. 9 DSGVO besondere Kategorie. Bei systematischer Fehlzeiten-Analyse mit AG-Zugriff greift BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6 (ArbG Hamburg 24 BVGa 1/24).

04

Was Sie davon haben

Zeit, Wert, Vertraulichkeit

Zeit pro AU-Vorgang

5–10 Min

Bei 200 MA und ~600 AU-Vorgängen/Jahr: 50–100 Std/Jahr.

Qualitäts-Hebel

BEM-Pflicht nicht übersehen

Strukturierte 12-Monats-Rolling-Window-Berechnung verhindert übersehene BEM-Pflicht — wirksame krankheitsbedingte Kündigung benötigt BEM (BAG).

Kosten-Hebel

3,5–5 kEUR/Jahr

Bei 200 MA × 75 Std × 50–70 EUR/h.

Erkennungsrate

>95 %

Klarname, PersNr, KK-Nummer werden dreifach geprüft; ICD-Codes / Gesundheitsdaten strukturell ausgeschlossen.

05

So gehen Sie vor

Der Workflow Schritt für Schritt

1

Krankmeldungs-Eingang: MA-Anzeige nach § 5 Abs. 1 EFZG (Mail/Telefon/App) — unverzügliche Anzeigepflicht bleibt; eAU-Papier-Vorlage entfällt.

Mensch / System

§ 5 EFZG; ohne Anzeige kein Entgeltfortzahlungs-Anspruch.

2

eAU-Datenabruf bei GKV / Empfang via HR-Suite (DATEV, SAP, Personio mit eAU-Schnittstelle).

System

§ 109 SGB IV; seit 01.01.2023 Pflicht.

3

Daten-Klassifikation: MA-Klarname, Geburtsdatum, PersNr, KK-Nr, AU-Beginn/Ende = Klasse A. ICD-10 in Folgedokumenten = Art. 9 DSGVO — separate Akte.

Mensch

§ 26 BDSG · DSGVO Art. 9.

4

anymize anonymisiert: [[MA-…]], [[Geb-Datum-…]], [[KK-Nr-…]], [[PersNr-…]]. ICD-Codes und Gesundheitsdaten gehören NIE in den Prompt. AU-Beginn/Ende, Folge-AU-Status in Klartext.

anymize

DSGVO Art. 28 · DSK-OH KI.

5

Frontier-KI strukturiert: Anzeige-Status § 5 EFZG, eAU-Plausibilisierung, Folge-AU vs. neue AU, kumulierte AU-Tage im 12-Monats-Rolling-Window, 42-Tage-Entgeltfortzahlung § 3 EFZG, BEM-Trigger § 167 SGB IX.

GPT / Claude / Gemini in anymize

Strukturierung; Trigger-Logik.

6

Rück-Substitution Platzhalter; BEM-Trigger-Prüfung Vier-Augen (HR-Leitung + BEM-Beauftragte:r); KI darf nicht vollautomatisch BEM-Einladung versenden.

Mensch + KI

§ 167 SGB IX · DSGVO Art. 22.

7

Lohnabrechnungs-Übergabe: DATEV LODAS / Lexware / SAP HCM Payroll; Entgeltfortzahlung bis Tag 42, Krankengeld der KK; KK-Bescheinigung über Entgeltfortzahlung-Wegfall.

System + Mensch

§ 3 EFZG · § 47 SGB V.

8

Schwerbehinderten-Sensitivität: § 178 SGB IX (SBV-Anhörung), § 84 SGB IX (besonderer Kündigungsschutz). Archivierung in Personalakte; BEM-Akte separat (Art. 9 DSGVO, Need-to-know).

Mensch + System

SGB IX; Art. 9 DSGVO.

06

Womit Sie arbeiten

So setzen Sie anymize konkret ein

Was anymize tut

  • Erkennt MA-Klarname, Geburtsdatum, PersNr, KK-Nummer mit über 95 %.
  • Strikte Sperre für ICD-Codes und medizinische Diagnose-Daten — Art. 9 DSGVO bleibt aus dem Prompt.
  • Bidirektionale Re-Identifikation für BEM-Einladungs-Entwurf und KK-Bescheinigung.
  • Verarbeitung in deutschen Rechenzentren; AVV nach Art. 28 DSGVO.

Was Sie als HR/Lohn tun

  • BEM-Rolling-Window manuell verifizieren (12 Monate ab heutigem Datum rückwärts).
  • Vier-Augen-Sign-off bei BEM-Einladung (HR-Leitung + BEM-Beauftragte).
  • BEM-Akte separat verwahren (Need-to-know).
  • Bei Schwerbehinderten SBV § 178 SGB IX und besonderer Kündigungsschutz § 84.

Daten-Input

Klasse A: MA-Klarname, PersNr, Geb-Datum, KK-Nr, AU-Daten. Art. 9 DSGVO (NIE in Prompt): ICD-10 in Folgedokumenten, BEM-Akte, ärztliche Stellungnahmen. Klasse B: AU-Typ (Erst/Folge), 42-Tage-Status. Klasse C: Standard-Bestätigungs-Bausteine, KK-Vorlagen.

Output-Kontrolle

Pseudonymisierter AU-Input; re-identifizierte Triage mit Anzeige-/Plausi-Block, 42-Tage-Tracker, BEM-Berechnung, BEM-Einladungs-Entwurf (DSGVO-konform freiwillig), KK-Bescheinigung und Kaskaden-Checkliste.

Freigabeprozess

Sachbearbeitungs-Routine bei Standard-AU; Vier-Augen bei BEM-Einladungen; bei Schwerbehinderten SBV-Anhörung.

07

Die KI-Anweisung

Prompt zum Kopieren

So nutzen Sie diesen Prompt:

1. AU-Eingang in anymize einfügen — ICD-Codes / Gesundheitsdaten gehören NIE in den Prompt.

2. AU-Daten und Vorgänger-AU-Liste in Klartext (keine Personenidentifikation).

3. Prompt anhängen, Thinking-Modus aktivieren.

4. KI liefert Anzeige-/Plausi + 42-Tage-Tracker + BEM-Triage + Kaskaden-Checkliste; Vier-Augen bei BEM-Einladung.

Empfohlener Reasoning-Modus: Thinking-Modus (BEM-Rolling-Window + Mehrfach-AU-Differenzierung).
# Context (C)
Rechtsstand: <heutiges Datum>. Du unterstützt die Krankmeldungs-/eAU-
Triage in einem deutschen Unternehmen. Input pseudonymisiert: MA
`[[MA-…]]`, PersNr `[[PersNr-…]]`, Geb-Datum `[[Geb-Datum-…]]`,
KK-Nummer `[[KK-Nr-…]]`. AU-Daten (Beginn, Ende, Folge-AU-Status),
Anzeige-Datum, Vorgänger-AU-Liste in Klartext (keine Personenidenti-
fikation). **ICD-Codes / Gesundheitsdaten sind NIE im Prompt.**

# Role (R)
Personalsachbearbeiter:in mit Kenntnis § 5 EFZG (Anzeigepflicht), § 3
EFZG (Entgeltfortzahlung 6 Wochen), § 47 SGB V (Krankengeld-Übergang),
§ 167 Abs. 2 SGB IX (BEM-Pflicht ab 6 Wochen kumuliert in 12 Monaten),
§ 109 SGB IV (eAU), § 26 BDSG, DSGVO Art. 9, BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6.

# Action (A)
1. **Anzeige-Status § 5 EFZG**: unverzüglich erfolgt? AU-Beginn =
   Anzeige-Datum-konsistent? Bei Verzögerung Hinweis auf möglichen
   Wegfall der Entgeltfortzahlung.
2. **eAU-Plausibilisierung**: eAU-Daten gegen Anzeige; Folge-AU vs.
   neue AU (Lücke zwischen vorherigem Ende und neuem Beginn).
3. **42-Tage-Entgeltfortzahlungs-Tracker § 3 EFZG**: kumulierte Tage je
   Anlass; nach 42 Tagen Krankengeld § 47 SGB V; Bescheinigung an KK.
4. **BEM-Trigger § 167 Abs. 2 SGB IX**: kumulierte AU-Tage in letzten
   12 Monaten (Rolling-Window ab heutigem Datum). Wenn > 6 Wochen
   (42 Tage) → BEM-Pflicht.
5. **BEM-Einladungs-Entwurf (bei Trigger)**: freiwillig formuliert,
   Datenschutz-Hinweis Art. 9 DSGVO, Beteiligungsrechte (BR, SBV),
   Termin-Vorschlag, Ablehnungs-Konsequenzen-Freiheit.
6. **Krankengeld-Übergangs-Bescheinigung an KK** (bei Tag-42-Erreichen).
7. **Sensitivitäts-Trigger**: bei Schwerbehinderung SBV § 178 SGB IX;
   bei wiederholten psychischen AU Mental-Health-Sensitivität (keine
   Wertung im Brief).
8. **Kaskaden-Checkliste**: HRIS-Fehlzeiten-Update, Lohn-Übergabe,
   KK-Bescheinigung, BEM-Akte separat archivieren, Manager-Vertretungs-
   Info (OHNE Diagnose).
9. Unklare Felder `[[CLARIFY: …]]`. **KEINE erfundenen ICD-Codes oder
   medizinischen Annahmen.**

# Format (F)
Anzeige-/Plausi-Block Bullet; 42-Tage-Tracker und BEM mit Datums-Werten;
BEM-Einladung als Geschäftsbrief; KK-Bescheinigung als Brief/Datensatz;
Kaskaden-Checkliste.

# Target Audience (T)
HR-Sachbearbeitung + MA + KK. Tonalität: formal, knapp, neutral, keine
Wertung der Erkrankung.
08

So sieht der Input aus

Pseudonymisierter Eingabetext

AU-Eingang nach Anonymisierung; ICD-Codes strukturell nicht im Prompt.
Krankmeldungs-Eingang — Stand 2026-05-14

Mitarbeitende:r: [[MA-Vorname-i4j8]] [[MA-Nachname-i4j8]]
PersNr: [[PersNr-i4j8]]
Geburtsdatum: [[Geb-Datum-i4j8]]
KK-Nummer: [[KK-Nr-i4j8]]
Anzeige eingegangen: 14.05.2026 08:30 (Mail an Vorgesetzte:n + HR)
eAU-Datensatz GKV-Empfang: 14.05.2026 11:00
AU-Beginn: 14.05.2026
AU-Ende: 21.05.2026 (8 Tage)
Folge-AU-Status: Folge zu vorheriger AU (vorher 01.04.2026 – 15.04.2026, 15 Tage)
Schwerbehinderung: nein
Erkrankungs-Anlass: nicht angegeben (eAU enthält keinen ICD)

Vorgänger-AUs in letzten 12 Monaten:
- 22.07.2025 – 28.07.2025 (7 Tage)
- 12.11.2025 – 25.11.2025 (14 Tage)
- 01.04.2026 – 15.04.2026 (15 Tage)
- 14.05.2026 – 21.05.2026 (8 Tage, aktuell)
Kumulierte AU-Tage 12 Monate: 44 Tage
09

So liefert anymize zurück

Der KI-Entwurf

KI-Output mit BEM-Berechnung, freiwilliger BEM-Einladung und Diagnose-Sperre.
## Anzeige-/eAU-Plausibilisierung
- Anzeige 14.05.2026 08:30; AU-Beginn 14.05.2026 → unverzüglich § 5 EFZG erfüllt.
- eAU-Empfang 14.05.2026 11:00 — konsistent.
- Folge-AU-Status: Folge zu AU 01.04.–15.04. (Lücke 28 Tage > 0) — [[CLARIFY: gleiche Erkrankungs-Ursache § 3 Abs. 1 S. 2 EFZG?]].

## 42-Tage-Tracker § 3 EFZG
- Bei Folge-AU mit derselben Ursache: 42-Tage-Counter läuft weiter; Vorgänger 15 + aktuell 8 = 23 Tage; Rest 19 möglich.
- Bei eigenständiger neuer AU: 42-Tage-Counter neu; 8 Tage genutzt, 34 verbleibend.

## BEM-Trigger § 167 Abs. 2 SGB IX
- Rolling-Window 12 Monate ab 14.05.2026 rückwärts (bis 14.05.2025):
  - 22.07.2025 – 28.07.2025: 7 Tage
  - 12.11.2025 – 25.11.2025: 14 Tage
  - 01.04.2026 – 15.04.2026: 15 Tage
  - 14.05.2026 – 21.05.2026: 8 Tage
  - **Summe: 44 Tage = 6 Wochen 2 Tage** → BEM-Schwelle (42 Tage) überschritten.
- **BEM-Pflicht ausgelöst.**

## BEM-Einladungs-Entwurf
```
Sehr geehrte:r [[MA-Vorname-i4j8]] [[MA-Nachname-i4j8]],

Ihre Arbeitsunfähigkeit in den letzten 12 Monaten überschreitet kumuliert 6 Wochen. Nach § 167 Abs. 2 SGB IX bieten wir Ihnen ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) an.

Das BEM ist:
- freiwillig (Ablehnung hat keinerlei Folgen);
- vertraulich (nur BEM-Berechtigte erfahren vom Gespräch);
- ergebnisoffen.

Sie können auf Wunsch teilnehmen lassen: BR, SBV (falls einschlägig), Betriebsärztlicher Dienst, Vertrauensperson.

Wir würden uns über eine Rückmeldung bis [Datum + 2 W] freuen.

Datenschutz: Verarbeitung nach § 167 Abs. 2 SGB IX i.V.m. Art. 9 Abs. 2 lit. b DSGVO. BEM-Akte wird getrennt von Personalakte geführt.

Mit freundlichen Grüßen
Personalabteilung / BEM-Beauftragte:r
```

## Kaskaden-Checkliste
- [ ] HRIS-Fehlzeiten: AU 14.–21.05.2026 erfasst.
- [ ] Lohn-Übergabe: AU als bezahlte Krankheits-Tage; Folge-AU-Status klären für 42-Tage-Counter.
- [ ] BEM-Einladung mit Vier-Augen (HR-Leitung + BEM-Beauftragte) versenden.
- [ ] BEM-Akte separat anlegen (Art. 9 DSGVO).
- [ ] Manager: Vertretungs-Info OHNE Diagnose.
- [ ] Frist-Tracker: 2-W-Rückmeldung MA auf BEM-Einladung.

## Unsicherheiten
Nicht verifizierbar: Folge-AU im Sinne § 3 Abs. 1 S. 2 EFZG — Klärung mit MA über Vorgesetzten oder Lohn.
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Was das HR-Recht verlangt

Pflichten — und wie anymize sie abdeckt

§ 5 EFZG · § 3 EFZG · § 47 SGB V

Unverzügliche Anzeige Pflicht; 6-Wochen-Entgeltfortzahlung; Krankengeld-Übergang Tag 43.

§ 167 Abs. 2 SGB IX

BEM-Pflicht ab > 6 Wochen AU in 12-Monats-Rolling-Window. Ohne BEM keine wirksame krankheitsbedingte Kündigung (BAG).

§ 109 SGB IV · § 26 BDSG (SRC-0215)

eAU-Verfahren seit 01.01.2023; AU-Daten Klasse A. ICD-10 verbleibt bei KK, nicht beim AG.

DSGVO Art. 9 (SRC-0241)

Gesundheitsdaten besonderer Schutz; ICD-Codes und Diagnose-Daten gehören NIE in den KI-Prompt. BEM-Akte separat von Personalakte.

DSGVO Art. 22 (SRC-0240)

Keine vollautomatische BEM-Einladung; menschliche Letztprüfung Pflicht.

DSGVO Art. 28 (SRC-0242) · DSK-OH KI (SRC-0246)

AVV mit Cloud-LLM und HRIS; Beschäftigtendaten nur pseudonymisiert.

BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6 · SGB IX § 178 / § 84

Bei systematischer Fehlzeiten-Analyse Mitbestimmung (ArbG Hamburg SRC-0259); bei Schwerbehinderten SBV-Anhörung und besonderer Kündigungsschutz.

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Datenschutz und Vertraulichkeit

So funktioniert das mit anymize

Krankmeldungen sind hochsensible Gesundheitsdaten-Verarbeitung. Der eAU-Datensatz an den AG enthält KEINEN ICD-10 (das bleibt bei der Krankenkasse), aber Klarname, PersNr, KK-Nummer und AU-Daten sind Klasse A § 26 BDSG. In Folgedokumenten (Reha-Antrag, BEM-Akte, ärztliche Atteste) tauchen ICD-10 / Gesundheitsdaten auf — Art. 9 DSGVO besondere Kategorie. anymize hält diese strukturell aus dem KI-Prompt. BEM-Akte wird separat von Personalakte verwahrt (Need-to-know). Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO (Lohn-/SGB-Pflichten) + Art. 9 Abs. 2 lit. b (BEM, SGB-IX-Pflicht). Verarbeitung in deutschen Rechenzentren; AVV nach Art. 28 DSGVO.

Was anymize konkret leistet

  • Erkennt MA-Klarname, PersNr, Geburtsdatum, KK-Nummer mit über 95 %.
  • Strikte Sperre für ICD-Codes und medizinische Diagnose-Daten — Art. 9 DSGVO.
  • Bidirektionale Re-Identifikation für BEM-Einladung und KK-Bescheinigung.
  • HRIS-Alternativen: DATEV LODAS, Lexware lohn+gehalt, SAP HCM Time, Personio mit nativer eAU-Schnittstelle.
  • Verarbeitung in deutschen Rechenzentren; AVV nach Art. 28 DSGVO.
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Sicherheitscheck vor der Veröffentlichung

Was anymize liefert — was Sie souverän entscheiden

Vor dem KI-Aufruf

  • Pseudonymisierungs-Spot-Check; keine ICD-Codes / Diagnose-Details im Prompt?
  • Vorgänger-AU-Liste 12 Monate vollständig?
  • Schwerbehinderten-Status separat dokumentiert (nicht im Prompt)?
  • Anzeige-Datum und eAU-Empfangs-Datum konsistent?

Nach der KI-Antwort

  • BEM-Rolling-Window manuell verifiziert?
  • Folge-AU-Status korrekt (für 42-Tage-Counter)?
  • BEM-Einladung als freiwilliges Angebot (nicht Pflicht) formuliert?
  • Bei Schwerbehinderten SBV-Hinweis enthalten?

Vor der Versendung

  • Vier-Augen-Sign-off bei BEM-Einladung (HR-Leitung + BEM-Beauftragte)?
  • BEM-Akte separat von Personalakte angelegt?
  • Manager-Vertretungs-Info OHNE Diagnose-Hinweise?
  • Lohn-Übergabe mit korrektem 42-Tage-Status?

Typische Fehlermuster — und wie anymize gegensteuert

  • KI vermischt Kalenderjahr und Rolling-Window bei BEM — der Prompt erzwingt explizite 12-Monats-Rolling-Window-Berechnung.
  • KI bestätigt BEM-Einladung als Pflicht statt freiwilliges Angebot — der Prompt zwingt Freiwilligkeits-Formulierung.
  • KI vergisst SBV-Hinweis bei Schwerbehinderten — Sensitivitäts-Trigger im Prompt.
  • KI nimmt ICD-/Krankheits-Hinweise in Manager-Vertretungs-Brief auf — Diagnose-Sperre strukturell.
  • KI berechnet 42-Tage-Counter falsch bei Folge-AU — der Prompt zwingt Folge-AU-Klärung mit [[CLARIFY]].
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Rechtsgrundlagen

Normen, Urteile, Belege

Primärnormen — EFZG und SGB

  • Anzeigepflicht; 6-Wochen-Entgeltfortzahlung
  • Krankengeld-Übergang ab Tag 43
  • BEM-Pflicht > 6 Wochen in 12 Monaten
  • eAU-Verfahren seit 01.01.2023
  • SBV-Anhörung; besonderer Kündigungsschutz Schwerbehinderte

Primärnormen — Datenschutz

  • Beschäftigtendaten (SRC-0215)
  • Gesundheitsdaten besondere Kategorie (SRC-0241)
  • Keine vollautomatische BEM-Einladung (SRC-0240)
  • AVV (SRC-0242)
  • HR-Pseudonymisierung (SRC-0246)
  • Mitbestimmung Fehlzeiten-Analyse (SRC-0211)
  • Cloud-KI BR-Mitbestimmung (SRC-0259)

Sekundärquellen

  • 17,4 % psychische Fehltage (STD-0051)
  • Mental Health (STD-0049)
  • 19 % GenAI in HR (SRC-0271)
  • 11 % Admin-Einsatz (SRC-0276)

Stand: · Nächste Überprüfung:

Hinweis zur Nutzung

Zur Orientierung — nicht als Ersatz für die HR-Letztverantwortung

Diese Anleitung beschreibt einen Arbeitsablauf, den Sie mit anymize umsetzen können. Sie ist zur Orientierung gedacht und ersetzt weder die personalrechtliche Würdigung im Einzelfall noch eine arbeits- oder mitbestimmungsrechtliche Prüfung. Welche Rechtsprechung einschlägig ist, wie der Sachverhalt arbeitsrechtlich zu bewerten ist, welche Entscheidungen in Ihrem konkreten Fall richtig sind — das bleibt selbstverständlich bei Ihnen und Ihrer HR-Letztverantwortung.

KI-Outputs müssen vor jeder Verwendung HR-fachlich geprüft werden. Insbesondere personenbezogene Entscheidungen (Einstellung, Beförderung, Kündigung) dürfen nicht allein auf KI-Empfehlungen gestützt werden (DSGVO Art. 22, EU AI Act Art. 26). anymize gewährleistet die Vertraulichkeit der Beschäftigtendaten gegenüber dem KI-Anbieter; die fachliche Richtigkeit und die rechtliche Verantwortung liegen in Ihrer Hand.

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