Compensation, Benefits und Equal Pay
AU-Bescheinigung (eAU) verarbeiten und BEM-Trigger ableiten — § 5 EFZG seit 01.01.2023
Seit 01.01.2023 ist die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) Pflicht (§ 109 SGB IV). Pro AU-Eingang: Strukturierung der DSRV-Datensätze, Plausibilitätsprüfung gegen § 5 EFZG-Anzeige, Verbuchung in Fehlzeiten-Stammdaten, Berechnung 6-Wochen-Entgeltfortzahlungs-Grenze (§ 3 EFZG), BEM-Schwellen-Check § 167 Abs. 2 SGB IX (>6 Wochen AU in 12-Monats-Rolling-Window). anymize pseudonymisiert Mitarbeiterdaten und KK-Nummer; in Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) zusätzliche Anonymisierung von Diagnose-Bezügen (DSGVO Art. 9). KI berechnet AU-Tage NICHT — Authority bleibt das HR-Tool.
Schwierigkeit: Fortgeschritten · Datenklasse: Beschäftigtendaten · Letztes Review:
Zur Orientierung gedacht. Die personalrechtliche Würdigung im Einzelfall bleibt selbstverständlich bei Ihnen — KI-Outputs sind vor jeder Verwendung zu prüfen. Mehr dazu am Ende.
Anwendungsbereich
Worum geht es hier?
eAU ist Auslöser der Entgeltfortzahlung (§ 3 EFZG, 42 Tage) und damit unmittelbar Compensation-relevant. Der BEM-Trigger nach § 167 Abs. 2 SGB IX (>6 Wochen kumuliert in 12-Monats-Rolling-Window) ist Compliance-kritisch: BEM-Versäumnis macht spätere krankheitsbedingte Kündigung BAG-rechtlich kaum haltbar. Bei 200-MA-Unternehmen mit ~10 % Fehlquote: mehrere hundert AU-Vorgänge p.a. (BKK Gesundheitsreport).
Für wen passt das?
Zielgruppe und Kontext
- Rolle
- Personalsachbearbeitung (AU-Eingang, Primärnutzer), Lohnbuchhaltung (Entgeltfortzahlung), HR-Operations, BEM-Beauftragte, Schwerbehindertenvertretung. Sekundär: Betriebsärztlicher Dienst (§ 3 ASiG), Personalleiter, Betriebsrat (§ 87 BetrVG Abs. 1 Nr. 6 bei Fehlzeiten-Analyse-Tools).
- Seniorität
- Einsteiger bis Fortgeschritten — Tagesgeschäft mit klar definierten Prozessen.
- Unternehmensgröße
- KMU (10–250 MA), Mittelstand, Konzern. KMU ohne dedizierte Lohnabrechnung lagern oft an Steuerberater aus (DATEV-Pfad). Konzerne mit SAP HCM Time / Workday haben native eAU-Eingangsverarbeitung.
- Spezifische Kontexte
- Besonders kritisch bei langfristig Erkrankten (>6 Wochen kumuliert in 12 Monaten = BEM-Pflicht), Schwerbehinderten (SBV-Beteiligung), psychisch erkrankten MA (BKK STD-0051: 17,4 % der Fehltage; ⌀ >5 Wochen), Pandemiewellen mit hohen Krankenständen.
Die Situation in der Personalabteilung
So bringen Sie Tempo und Sorgfalt zusammen
Seit 01.01.2023 eAU-Pflicht: § 109 SGB IV Krankenkassen stellen Bescheinigung digital bereit (DSRV-Datenaustausch); § 5 Abs. 1 S. 1 EFZG MA-Anzeigepflicht bleibt, Vorlagepflicht entfällt; § 3 EFZG Entgeltfortzahlung 6 Wochen (42 Kalendertage); danach § 47 SGB V Krankengeld. Neue Workflows: eAU-Abruf aus DSRV, Plausibilitätsprüfung gegen MA-Anzeige, Verbuchung Fehlzeiten-Stammdaten, Übergabe Lohnabrechnung, BEM-Trigger-Tracking nach § 167 Abs. 2 SGB IX (>6 Wochen AU kumuliert in 12-Monats-Rolling-Window → BEM-Pflicht). Bei 200 MA mit ~10 % Fehlquote: mehrere hundert AU-Vorgänge p.a. Daten Klasse A: MA-Name, Geburtsdatum, Personal-Nr., KK-Nummer, AU-Beginn/Ende. WICHTIG: ICD-10-Diagnose-Code ist im eAU an Arbeitgeber NICHT enthalten (nur Krankenkasse). In Folgedokumenten (Reha-Antrag, BEM-Akte, ärztliche Atteste) kann Diagnose auftauchen → DSGVO Art. 9 (Gesundheitsdaten). § 26 BDSG, § 203 StGB (Betriebsarzt Sondersituation). KSchG-/AGG-Risiko bei BEM-Versäumnis: BEM ist Voraussetzung Verhältnismäßigkeit krankheitsbedingter Kündigung (BAG ständige Rspr.) — Versäumnis → unwirksame Kündigung. Halluzinations-Risiko: LLM erfindet AU-Tage-Summen oder fügt Diagnose-Spekulation hinzu. Mitigation: KI rechnet AU-Tage NICHT; nur Strukturierung. Pflicht-Marker `[[BERECHNUNG QUELLE: HR-Tool]]`. DSGVO Art. 22: vollautomatische BEM-Einladungs-Entscheidung verboten.
Was Sie davon haben
Zeit, Wert, Vertraulichkeit
Zeit pro AU-Eingang
5–10 Min
Bei 200 MA und ~600 AU-Vorgängen/Jahr: 50–100 h/Jahr Sachbearbeitungs-Entlastung. Personalsachbearbeitung Vollkosten ~50–70 EUR/h.
BEM-Risiko-Hebel
5–6-stellig
BEM-Versäumnis macht spätere krankheitsbedingte Kündigung unwirksam (BAG st. Rspr.); Schadensersatz-Risiko 5–6-stellig + Verfahrenskosten.
Fehler-Reduktion
BEM-Schwelle korrekt
Falsche Rolling-Window-Berechnung führt zu BEM-Versäumnis. KI darf NICHT berechnen — Tool-Authority Pflicht.
Erkennungsrate
>95 %
MA-Name, KK-Nummer, Geburtsdatum + Diagnose-Bezug in Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) dreifach geprüft.
So gehen Sie vor
Der Workflow Schritt für Schritt
eAU-Eingang aus GKV-Datenaustausch (DSRV) abrufen oder via HR-Suite (DATEV LODAS, Lexware, SAP HCM Time, Personio) empfangen.
System
§ 109 SGB IV · eAU-Pflicht seit 01.01.2023
Arbeitnehmer-Anzeige nach § 5 EFZG abgleichen (Anzeigepflicht bleibt; Vorlagepflicht entfällt).
Mensch
§ 5 Abs. 1 S. 1 EFZG · ohne Anzeige keine Entgeltfortzahlung
Daten-Klassifikation: AU-Datensatz mit MA-Name, Geburtsdatum, Personalnummer, KK-Nummer, AU-Beginn/Ende → Klasse A. Bei Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) zusätzlich DSGVO Art. 9 (Gesundheit).
Mensch
DSGVO Art. 9 · § 26 BDSG
Pseudonymisierung mit anymize: MA-Name → [[Vorname-…]] [[Nachname-…]], Geburtsdatum → [[Geb-Jahr-…]], KK-Nummer → [[KK-Nr-…]], Personalnummer → [[PersNr-…]], ggf. ICD-10 in BEM-Akten → [[Diagnose-Kategorie-…]].
anymize
DSGVO Art. 28 · DSGVO Art. 9 · § 26 BDSG
KI-Strukturierung: (a) Extraktion strukturierter Felder (Beginn, Ende, Folge-AU ja/nein), (b) Kumulierte AU-Tage in 12-Monats-Rolling-Window AUS HR-TOOL (nicht KI-berechnet), (c) Plausibilitätsprüfung gegen Vorgänger-AU, (d) Berechnung 6-Wochen-Entgeltfortzahlungs-Grenze (§ 3 EFZG), (e) BEM-Schwellen-Check § 167 SGB IX.
Frontier-KI
Strukturierung · Trigger-Logik
Halluzinations-Audit: AU-Tage-Summen + Rolling-Window-Berechnung müssen vom HR-Tool kommen (`[[BERECHNUNG QUELLE: HR-Tool]]`); KI strukturiert nur. Bei Diskrepanz Tool nachprüfen.
Mensch
Halluzinations-Risiko · Berechnungs-Authority HR-Tool
BEM-Trigger-Prüfung § 167 Abs. 2 SGB IX: Hat MA >6 Wochen AU in letzten 12 Monaten kumuliert? Wenn ja → KI-Entwurf BEM-Einladung (DSGVO-konform, freiwillig, BR/SBV/DSB-Hinweis).
Frontier-KI + Mensch
§ 167 SGB IX · KSchG-Verhältnismäßigkeit
Lohnabrechnungs-Übergabe: Fehlzeiten-Datensatz an Lohnabrechnungs-System. Entgeltfortzahlung bis Tag 42, danach Krankengeld § 47 SGB V.
System + Mensch
§ 3 EFZG · § 47 SGB V
Vier-Augen-Spot-Check durch HR-Leitung bei BEM-Einladung; Versand mit menschlicher Letztprüfung (DSGVO Art. 22).
Mensch
DSGVO Art. 22 · KSchG-Risiko
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: bei Fehlzeiten-Analyse-Tools BR-Mitbestimmung (technische Überwachungseinrichtung). BEM-Akte getrennt von Personalakte archivieren (DSGVO Art. 9 + Need-to-know).
Mensch + BR + System
BetrVG · DSGVO Art. 9 · § 257 HGB
Womit Sie arbeiten
So setzen Sie anymize konkret ein
Was anymize tut
- Erkennt MA-Name, Geburtsdatum, KK-Nummer, Personalnummer mit über 95 % Genauigkeit.
- In Folgedokumenten (Reha-Antrag, BEM-Akte) zusätzliche Erkennung von ICD-10-Diagnose-Codes (DSGVO Art. 9).
- AU-Beginn/Ende und kumulierte AU-Tage bleiben in Klartext (Auswertungsdimension).
- Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner); AVV nach Art. 28 DSGVO; bei Mental-Health-AUs besonderer Vertrauensschutz.
Was Sie als Personalsachbearbeitung tun
- AU-Tage-Berechnung NICHT mit KI — Authority ist HR-Tool (DATEV LODAS, SAP HCM Time, Personio).
- Anzeige § 5 EFZG dokumentieren VOR LLM-Verarbeitung.
- BEM-Einladung mit allen Pflicht-Elementen (Freiwilligkeit, Beteiligung BR/SBV/DSB, getrennte Akte, KEIN Diagnose-Bezug) + Vier-Augen-Spot-Check HR-Leitung.
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG-BR-Information bei Fehlzeiten-Analyse-Tool-Einsatz.
Daten-Input
Klasse A (Pflicht-Pseudonymisierung): MA-Name, Geburtsdatum, Personalnummer, KK-Nummer, AU-Beginn/Ende, voraussichtliche AU-Dauer. In Folgedokumenten: ICD-10-Code (Reha-Antrag, ärztliches Attest) zusätzlich DSGVO Art. 9. Aggregiert verwendbar: Fehlzeiten-Statistik nach Bereich (anonymisiert für People-Analytics).
Output-Kontrolle
KI liefert: (1) Strukturierter AU-Datensatz, (2) Kumulierte AU-Tage 12-Monats-Rolling-Window AUS HR-TOOL, (3) Plausibilitätsprüfung Anzeige + Folge-AU-Logik, (4) BEM-Trigger-Status § 167 Abs. 2 SGB IX, (5) BEM-Einladung-Entwurf DSGVO-konform (Freiwilligkeit, Beteiligung, KEIN Diagnose-Bezug), (6) Entgeltfortzahlungs-Status § 3 EFZG, (7) Klärungs-Bedarf-Marker bei Diskrepanzen.
Freigabeprozess
Sie behalten die Hoheit: Anzeige § 5 EFZG-Dokumentation, AU-Tage-Authority HR-Tool, Vier-Augen-Spot-Check HR-Leitung vor BEM-Versand, § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG-BR-Information, BEM-Akten-Trennung von Personalakte.
Die KI-Anweisung
Prompt zum Kopieren
So nutzen Sie diesen Prompt:
1. HR-Tool (DATEV LODAS, SAP HCM Time, Personio) liefert eAU-Datensatz + kumulierte AU-Tage Rolling-Window.
2. anymize pseudonymisiert MA-Name + KK-Nummer; in Folgedokumenten ICD-10-Code.
3. Anzeige § 5 EFZG dokumentieren.
4. Prompt anwenden; KI strukturiert + macht BEM-Trigger-Check + BEM-Einladung-Entwurf.
5. Vier-Augen-Spot-Check HR-Leitung vor BEM-Versand (DSGVO Art. 22).
# Context (C)
Rechtsstand: <heutiges Datum>. Du unterstützt die Personalsachbearbeitung
beim Verarbeiten einer pseudonymisierten eAU. Du erhältst: (a) pseudonymi-
sierte eAU-Felder (Pseudonym-ID, AU-Beginn, AU-Ende, Folge-AU ja/nein,
voraussichtliche Dauer), (b) aus HR-Tool berechnete kumulierte AU-Tage in
letzten 12 Monaten (Rolling-Window), (c) ggf. Vorgänger-AU-Liste.
Strikt: Du berechnest KEINE AU-Tage. Du erfindest KEINE Diagnose-Bezüge —
eAU an Arbeitgeber enthält KEINEN ICD-10-Code. Jede Berechnungs-Aussage
`[[BERECHNUNG QUELLE: HR-Tool]]`. Jede Empfehlung mit
`[[MENSCHLICHE LETZTPRÜFUNG ERFORDERLICH]]`.
# Role (R)
Personalsachbearbeitungs-Assistenz mit Kenntnis § 5 EFZG, § 3 EFZG, § 47
SGB V, § 109 SGB IV, § 167 Abs. 2 SGB IX (BEM bei >6 Wochen AU in 12
Monaten), § 26 BDSG, DSGVO Art. 9 (Gesundheitsdaten), Art. 22 (Verbot
vollautomatische Entscheidung), BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6, § 203 StGB
(Betriebsarzt-Schweigepflicht).
# Action (A)
1. AU-Datensatz strukturieren (Pseudonym-ID, AU-Beginn/Ende/Dauer, Folge-AU,
kumulierte AU-Tage 12-Monats-Rolling aus HR-Tool, verbleibende Entgelt-
fortzahlungs-Tage).
2. BEM-Trigger-Check § 167 Abs. 2: bei >42 Tagen BEM-Pflicht.
3. Bei BEM-Trigger: BEM-Einladung mit Zweck, Freiwilligkeit, BR/SBV/DSB-
Beteiligung, Datenschutz-Hinweis, KEIN Diagnose-Bezug.
4. Plausibilitätsprüfung (Anzeige § 5 EFZG, Folge-AU-Logik § 3 EFZG-Rückfall).
5. Entgeltfortzahlungs-Status (Tage 1–42 Arbeitgeber; ab Tag 43 Krankengeld
§ 47 SGB V).
6. Verifikations-Checkliste 10 Items.
# Target Audience (T)
Personalsachbearbeitung, Lohnbuchhaltung, BEM-Beauftragte, HR-Leitung,
SBV bei Schwerbehinderten.So sieht der Input aus
Pseudonymisierter Eingabetext
eAU-Eingang 2026-05-12
Pseudonym-ID: MA-a3f9
Bereich: Engineering Backend
Beschäftigung seit: 2020-09-01
## eAU-Datensatz (DSRV-Empfang)
- AU-Beginn: 2026-05-08 (Freitag)
- AU-Ende: 2026-05-22 (Freitag, voraussichtlich 2 Wochen)
- Folge-AU: nein (neue Erstbescheinigung)
- KK: [[KK-Nr-x9z3]]
## Vorgänger-AU-Liste (letzte 12 Monate, aus HR-Tool)
| AU-Nr | Beginn | Ende | Tage |
| 1 | 2025-09-15 | 2025-10-13 | 29 |
| 2 | 2026-01-12 | 2026-01-23 | 12 |
| 3 (aktuell) | 2026-05-08 | 2026-05-22 (vorauss.) | 15 (Schätzung) |
## Kumulierte AU-Tage 12-Monats-Rolling (HR-Tool 2026-05-12)
- Stand vor neuer AU: 41 Tage
- Stand nach voraussichtlichem AU-Ende: 56 Tage
- BEM-Schwelle 42 Tage: bereits überschritten zum Stichtag 2026-05-22
## Anzeige § 5 EFZG
- MA hat per E-Mail 2026-05-08 06:15 Uhr Krankmeldung angezeigt.
- Vorlage eAU automatisch über GKV 2026-05-12.
## Schwerbehinderten-Status
- Nicht-schwerbehindert (keine SBV-Beteiligungs-Pflicht).So liefert anymize zurück
Der KI-Entwurf
## 1. AU-Datensatz strukturiert
| Feld | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Pseudonym-ID | MA-a3f9 | eAU |
| AU-Beginn | 2026-05-08 | eAU |
| AU-Ende (vorauss.) | 2026-05-22 | eAU |
| Dauer-Tage | 15 | eAU |
| Folge-AU | nein | eAU |
| Anzeige § 5 EFZG | erfüllt (E-Mail 2026-05-08) | HR-System |
| Kumulierte AU-Tage 12-Mo-Rolling | `[[BERECHNUNG QUELLE: HR-Tool 2026-05-12]]` **41 Tage** | HR-Tool |
| Nach voraussichtlichem Ende | `[[BERECHNUNG QUELLE: HR-Tool Projektion]]` **56 Tage** | HR-Tool |
## 2. BEM-Trigger-Status (§ 167 Abs. 2 SGB IX)
> **STATUS: BEM-PFLICHT ERREICHT (42 Tage AU in 12 Monaten)** `[[MENSCHLICHE LETZTPRÜFUNG ERFORDERLICH]]`
- Vor neuer AU: 41 Tage (knapp unter Schwelle).
- Mit vorauss. 15 Tagen aktueller AU: kumuliert 56 Tage.
- Pflicht: BEM-Einladung nach § 167 Abs. 2 SGB IX.
## 3. BEM-Einladung — Entwurf
> Sehr geehrte/r [Name],
>
> wir möchten Sie nach Ihrer aktuellen Arbeitsunfähigkeit herzlich willkommen heißen und Ihnen unsere Unterstützung anbieten.
>
> Nach § 167 Abs. 2 SGB IX sind wir verpflichtet, Beschäftigten mit mehr als 6 Wochen kumulierter Arbeitsunfähigkeit in den letzten 12 Monaten ein **Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)** anzubieten.
>
> **Zweck**: Klärung Möglichkeiten zur Vermeidung weiterer AU, Identifikation arbeitsplatzbezogener Belastungen, Erhalt des Arbeitsplatzes.
>
> **Freiwilligkeit**: Die Teilnahme ist **freiwillig**. Sie können das Angebot ablehnen ohne Nachteile.
>
> **Beteiligungs-Optionen**: Betriebsrat (auf Wunsch), SBV (bei Schwerbehinderung), Vertrauensperson, Betriebsarzt nur mit Zustimmung.
>
> **Datenschutz**: BEM-Akte getrennt von Personalakte, eingeschränkter Empfänger-Kreis, KEIN Diagnose-Bezug verlangt.
>
> Bitte antworten Sie bis [Datum + 2 Wochen].
## 4. Plausibilitätsprüfung
- ✓ Anzeige § 5 EFZG dokumentiert (E-Mail 06:15 vor Beginn).
- ✓ eAU innerhalb 3-Tage-Vorlagepflicht beim GKV.
- ⚠ Folge-AU-Logik prüfen (§ 3 Abs. 1 S. 2 EFZG): Vorgänger-AU 2026-01-12, aktuelle 2026-05-08 — Abstand ~3,5 Mon, vermutlich neue 42-Tage-Periode, aber Diagnose-Check nicht möglich. `[[KLÄRUNGS-BEDARF: Lohnabrechnung]]`
## 5. Entgeltfortzahlungs-Status (§ 3 EFZG)
- Aktuelle AU Tag 1–15 → innerhalb 42-Tage-Frist Entgeltfortzahlung Arbeitgeber.
- Bei Folge-AU mit gleicher Krankheit (§ 3 Abs. 1 S. 2): keine neue 42-Tage-Frist — Lohnabrechnung prüft.Was das HR-Recht verlangt
Pflichten — und wie anymize sie abdeckt
§ 109 SGB IV — eAU-Pflicht seit 01.01.2023
Vorlagepflicht des MA entfällt; Anzeigepflicht § 5 EFZG bleibt. DSRV-Datenaustausch zwischen KK und Arbeitgeber.
§ 167 Abs. 2 SGB IX — BEM bei >6 Wochen
Schwelle 42 Tage kumuliert in 12-Monats-Rolling-Window; Folge-AU-Logik § 3 EFZG ist NICHT für BEM-Trigger relevant (nur für Entgeltfortzahlung).
BAG-Rspr. zu BEM-Pflicht — Wirksamkeitsvoraussetzung
BEM ist Voraussetzung Verhältnismäßigkeit krankheitsbedingter Kündigung; Versäumnis → unwirksame Kündigung + Schadensersatz-Risiko.
DSGVO Art. 9 + § 26 BDSG (SRC-0241, SRC-0215)
eAU-Datensatz an Arbeitgeber enthält KEINEN ICD-10. In Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) zusätzlich Art. 9-Schutz; BEM-Akte STRIKT getrennt von Personalakte (Need-to-know).
DSGVO Art. 22 — keine vollautomatische BEM-Entscheidung
Menschliche Letztprüfung jeder BEM-Einladung Pflicht; Vier-Augen-Spot-Check HR-Leitung.
BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6
Fehlzeiten-Analyse-Tools = technische Überwachungseinrichtung → BR-Mitbestimmung; BV oder Konzern-BV erforderlich.
§ 203 StGB (Betriebsarzt-Sondersituation)
Betriebsarzt-Einbeziehung NUR mit MA-Zustimmung; Schweigepflicht. KI darf Betriebsarzt-Hinweis nicht ohne Zustimmung empfehlen.
Datenschutz und Vertraulichkeit
So funktioniert das mit anymize
Die datenschutzrechtlich entscheidende Frage: Sieht der KI-Anbieter MA-Klarname, KK-Nummer oder ICD-10-Diagnose-Codes? Antwort mit anymize: nein bei Klarname/KK-Nummer (Pflicht-Pseudonymisierung); bei eAU an Arbeitgeber kein ICD-10 enthalten; in Folgedokumenten (Reha, BEM-Akte) zusätzliche Anonymisierung von Diagnose-Bezügen. Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO (rechtliche Verpflichtung § 5 EFZG, § 109 SGB IV) + § 26 BDSG; bei Gesundheitsdaten Art. 9 Abs. 2 lit. b (arbeitsrechtliche Pflichten). DPIA nach Art. 35 pflichtig bei KI-Tool im AU-/BEM-Workflow. Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner).
Was anymize konkret leistet
- Erkennt MA-Name, Geburtsdatum, KK-Nummer, Personalnummer mit über 95 % Genauigkeit.
- In Folgedokumenten zusätzliche Erkennung von ICD-10-Diagnose-Codes (DSGVO Art. 9).
- AU-Beginn/Ende + kumulierte Tage bleiben in Klartext für Plausibilitäts-Check.
- Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner); AVV nach Art. 28 DSGVO; Mental-Health-Vertrauensschutz.
- Alternative: DATEV LODAS / SAP HCM Time / Personio mit nativer eAU-Schnittstelle; SAP Joule + Workday Illuminate als HR-Suite-AI.
Sicherheitscheck vor der Veröffentlichung
Was anymize liefert — was Sie souverän entscheiden
Vor dem KI-Aufruf
- eAU-Datensatz aus DSRV-Datenaustausch validiert?
- Anzeige § 5 EFZG dokumentiert vor LLM-Transfer?
- Pseudonymisierung MA-Name + KK-Nummer; in Folgedokumenten ICD-10?
- Kumulierte AU-Tage 12-Monats-Rolling-Window aus HR-Tool (nicht KI)?
Nach der KI-Antwort
- BEM-Trigger § 167 Abs. 2 SGB IX korrekt geprüft (Schwelle 42 Tage)?
- BEM-Einladung DSGVO-konform (Freiwilligkeit, BR/SBV/DSB, getrennte Akte, KEIN Diagnose)?
- Vier-Augen-Spot-Check HR-Leitung vor BEM-Versand?
- § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG-Information bei Fehlzeiten-Tool?
Vor Lohnabrechnung
- Entgeltfortzahlungs-Status (§ 3 EFZG) korrekt: Tag 1–42 Arbeitgeber, ab 43 Krankengeld?
- Folge-AU-Logik § 3 Abs. 1 S. 2 EFZG (6-Monats-Rückfall-Klausel) geprüft?
- BEM-Akte getrennt von Personalakte archiviert (DSGVO Art. 9)?
- Bei SchwB: SBV-Beteiligung § 95 SGB IX dokumentiert?
Typische Fehlermuster — und wie anymize gegensteuert
- →KI berechnet AU-Tage selbst → Halluzinations-Risiko; immer HR-Tool als Authority mit `[[BERECHNUNG QUELLE]]`.
- →BEM-Einladung enthält Diagnose-Spekulation („Wir haben Verständnis für Ihre psychische Belastung…”) → Pre-Annahme-Verstoß.
- →BEM-Einladung ohne Freiwilligkeits-Hinweis → unwirksam für Verhältnismäßigkeits-Verteidigung.
- →Schwerbehinderter ohne SBV-Beteiligung → § 95 SGB IX-Verstoß.
- →BEM-Akte in Personalakte → DSGVO Art. 9-Verstoß.
- →Fehlzeiten-Tool ohne BR-Mitbestimmung → § 87 BetrVG-Verstoß.
Rechtsgrundlagen
Normen, Urteile, Belege
Primärnormen — AU und BEM
- Anzeige- vs. Vorlagepflicht; Entgeltfortzahlung 42 Tage
- eAU-Pflicht seit 01.01.2023
- Krankengeld ab Tag 43 durch KK
- BEM bei >6 Wochen AU in 12-Monats-Rolling
- SBV-Beteiligung bei Schwerbehinderten
- Wirksamkeitsvoraussetzung krankheitsbedingter Kündigung
Datenschutz und BR-Mitbestimmung
- Gesundheitsdaten + Pseudonymisierung + DPIA
- Betriebsarzt-Schweigepflicht
- Fehlzeiten-Tool = techn. Überwachungseinrichtung
- HR-Hinweise Beschäftigtendaten
Tools und Studien
- Marktführer KMU mit nativer eAU-Schnittstelle
- Konzern + Cloud-KMU mit AWS Frankfurt
- 17,4 % Fehltage durch psychische Erkrankungen
- 11 % KI-Adoption in HR-Admin
Stand: · Nächste Überprüfung:
Hinweis zur Nutzung
Zur Orientierung — nicht als Ersatz für die HR-Letztverantwortung
Diese Anleitung beschreibt einen Arbeitsablauf, den Sie mit anymize umsetzen können. Sie ist zur Orientierung gedacht und ersetzt weder die personalrechtliche Würdigung im Einzelfall noch eine arbeits- oder mitbestimmungsrechtliche Prüfung. Welche Rechtsprechung einschlägig ist, wie der Sachverhalt arbeitsrechtlich zu bewerten ist, welche Entscheidungen in Ihrem konkreten Fall richtig sind — das bleibt selbstverständlich bei Ihnen und Ihrer HR-Letztverantwortung.
KI-Outputs müssen vor jeder Verwendung HR-fachlich geprüft werden. Insbesondere personenbezogene Entscheidungen (Einstellung, Beförderung, Kündigung) dürfen nicht allein auf KI-Empfehlungen gestützt werden (DSGVO Art. 22, EU AI Act Art. 26). anymize gewährleistet die Vertraulichkeit der Beschäftigtendaten gegenüber dem KI-Anbieter; die fachliche Richtigkeit und die rechtliche Verantwortung liegen in Ihrer Hand.
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Wir sind überzeugt von anymize. Und wir wissen: Bei einem KI-Werkzeug, das Mandanten-, Patienten- oder Mitarbeiter-Daten berührt, reicht ein Demo-Video nicht. Deshalb 14 Tage voller Zugang – alle Modelle, alle Features, keine Kreditkarte. Genug Zeit, um sicher zu sein, bevor du uns vertraust.
Dein KI-Arbeitsplatz wartet.