Compliance, AML und KYC

KYC-Onboarding Firmenkunde — UBO-/Strukturanalyse

anymize entfernt Firmennamen mit HRB, Geschäftsführer-, Gesellschafter- und UBO-Namen, Adressen, Geburtsdaten, IBANs und Treuhänder-Namen aus Handelsregister-, Transparenzregister- und Gesellschaftsverträgen, bevor sie an GPT, Claude oder Gemini gehen — und setzt sie nach der KI-Antwort wieder ein. So strukturieren Sie ein Firmenkunden-Onboarding nach § 10 GwG mit UBO-Diagramm-Vorentwurf, ohne § 43 KWG oder DSGVO Art. 28 zu berühren.

Schwierigkeit: Spezialist · Datenklasse: Mandantendaten · Letztes Review:

Zur Orientierung gedacht. Die anwaltliche Würdigung im Einzelfall bleibt selbstverständlich bei Ihnen — KI-Outputs sind vor jeder Verwendung zu prüfen. Mehr dazu am Ende.

01

Anwendungsbereich

Worum geht es hier?

KI in Compliance, AML und KYC

Firmenkunden-Onboarding hat dieselbe gesetzliche Pflicht-Grundlage wie das Privatkunden-Onboarding (§ 10 GwG), unterscheidet sich aber im Aufwand erheblich: Mehrstufige Holding-Ketten, Treuhand-Konstrukte, ausländische Limited-Companies erzeugen 3–10× längere Bearbeitungszeit. Mit anymize gehen Handelsregister-Auszüge, Gesellschaftsverträge, UBO-Erklärung und Transparenzregister-Auszug anonymisiert an die Frontier-KI. Die KI strukturiert das UBO-Ketten-Diagramm und die Diskrepanz-Liste; die § 10-Endklassifikation und § 23a GwG-Diskrepanzmeldung bleiben beim Senior-KYC-Analysten.

02

Für wen passt das?

Zielgruppe und Kontext

Rolle
KYC-Analyst Firmenkunden, AML-Officer, Senior-Compliance, Onboarding Corporate Banking.
Seniorität
Fortgeschritten — Strukturanalyse erfordert Gesellschafts-/Konzernrechts-Kenntnisse; Treuhand-Konstrukte und Trust-Deeds setzen geübten Blick voraus.
Kanzleigröße
Privatbanken, Großbanken, Landesbanken; FinTechs mit Firmenkunden (B2B-Payments, Embedded-Finance-Plattformen).
Spezifische Kontexte
Mehrstufige Konzernstrukturen (3+ Beteiligungsebenen), grenzüberschreitende Holdings, Treuhand-/Stiftungskonstrukte, Family-Offices. Bei Drittland-Trust-Konstrukten regelmäßig § 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG-Anhaltspunkt.
03

Die Situation in der Kanzlei

So bringen Sie Tempo und Sorgfalt zusammen

Ein Firmenkunde mit Holding-Struktur reicht ein: Handelsregisterauszüge mehrerer Ebenen, Gesellschafterverträge, UBO-Erklärung, Transparenzregister-Auszug, ggf. ausländische Gegenstücke (UK Companies House, US-Secretary-of-State, Schweizer Handelsregister), Jahresabschluss, Geschäftsplan. Manuelle Strukturanalyse dauert 2–4 Stunden bei mittlerer Komplexität, bei Family-Offices oder Treuhand-Konstrukten 6–12 Stunden. Pflichtnormen: § 10 Abs. 1 Nr. 2 GwG (Beneficial Owner ab 25 % oder vergleichbare Kontrolle), § 12 GwG, § 15 GwG (EDD bei Hochrisiko), § 43 KWG, DSGVO Art. 28. Public-LLM-Upload der Klarnamen und Beteiligungsverhältnisse ist ohne Pseudonymisierung nicht zulässig. anymize löst diesen Konflikt strukturell: Firmennamen, HRB-Nummern, UBO-Namen, Adressen und Beteiligungs-IDs werden vor dem KI-Aufruf zu Platzhaltern; die KI strukturiert das UBO-Diagramm auf pseudonymisiertem Text, anymize re-identifiziert.

04

Was Sie davon haben

Zeit, Wert, Vertraulichkeit

Zeit pro Onboarding

60–120 Min

Bei einfacher 1-Ebenen-GmbH eher 30–60 Min, bei 5-Ebenen-Holding eher 120–180 Min. UBO-Letztabgleich und Diskrepanzmeldung bleiben Mensch-Pflicht.

Skaleneffekt p.a.

0,15–1 FTE

Bei 200 Firmenkunden-Onboardings/Jahr × 90 Min ≈ 300 Personenstunden. Bei Großbanken mit >2.000 Firmenkunden-Onboardings substantieller Effekt.

Vertraulichkeit

strukturell

Firmennamen + HRB, UBO-Namen, Geschäftsführer-Daten, Treuhänder-Namen und Beteiligungs-Verhältnisse verlassen das Haus nicht.

§ 23a-Risiko

reduziert

KI-Vorentwurf der Diskrepanz-Liste senkt das Risiko, einen § 23a GwG-Meldetatbestand zu übersehen — Bußgeld bei Nicht-Meldung.

05

So gehen Sie vor

In 5 Schritten zum Antrag

1

Dokumente sammeln: HR-Auszüge aller Ebenen, Gesellschafterverträge, UBO-Erklärung, Transparenzregister-Bestätigungsmitteilung, ausländische Equivalents (Companies House, Secretary-of-State, RCS), Jahresabschluss, Geschäftsplan.

Sie

§ 10 Abs. 1 Nr. 1–3 GwG

2

Automatisierte Datenextraktion aus PDFs (ABBYY Vantage, Azure AI Document Intelligence Frankfurt-Region) für strukturierten HR-Auszug-Extrakt.

Tool

Effizienz · IDP Banking-Skills

3

anymize anonymisiert automatisch. Firmennamen + HRB/HRA, Geschäftsführer-/Gesellschafter-Namen, UBO-Namen, Adressen, Geburtsdaten, IBANs, Steuer-IDs und Treuhänder-Namen werden durch semantische Platzhalter ersetzt.

anymize

§ 43 KWG · DSGVO Art. 28

3.5

Pflicht-Spot-Check auf übersehene Identifikatoren: ausländische Schreibweisen (Ltd, Inc, S.A., S.A.R.L.), Doppelvornamen, Bindestrich-Konstrukte, BIC-Codes ausländischer Banken. Vier-Augen bei Treuhand-Konstrukten zwingend.

Sie

NER-Falsch-Negativ bei Spezial-Strings · Vier-Augen Treuhand

4

Frontier-KI strukturiert mit CRAFT-Prompt: UBO-Ketten-Diagramm (Mermaid oder Outline), UBO-Identifikations-Tabelle, Diskrepanz-Tabelle (Selbstauskunft vs. Transparenzregister vs. HR), Risiko-Indikatoren, Klassifikations-Vorschlag.

GPT / Claude / Gemini in anymize

Strukturierung der Beteiligungs-Kette

5

UBO-Verifikation. anymize re-identifiziert; Sie gleichen den KI-Vorschlag gegen Transparenzregister-Bestätigungsmitteilung und Handelsregister-Primärauszüge ab. Diskrepanz dokumentieren, § 23a GwG-Meldung vorbereiten.

anymize + Sie

§ 10 Abs. 1 Nr. 2, § 23a GwG

6

Endgültige Klassifikation durch Senior-KYC; bei Hochrisiko (EDD nach § 15 GwG, Drittland-Trust, Treuhand) Vier-Augen mit AML-Officer. Re-Identifikation, Eintrag in KYC-System, Periodic-Review-Trigger setzen, § 23a-Meldung an Transparenzregister falls erforderlich. Aufbewahrung 5 Jahre § 50 GwG.

Sie

§ 10 Abs. 2, § 15, § 23a, § 50 GwG

06

Womit Sie arbeiten

So setzen Sie anymize konkret ein

Was anymize tut

  • Erkennt Firmennamen + HRB-/HRA-Nummern, Geschäftsführer-Daten, UBO-Klarnamen, Treuhänder-Bezüge und ausländische Rechtsform-Bezeichnungen mit über 95 % Genauigkeit.
  • Dreistufige Prüfung: Algorithmische Analyse, zwei spezialisierte KI-Prüfungen mit Kontext (z. B. Sitz-Adresse vs. UBO-Wohnort).
  • Bidirektionale Anonymisierung: Platzhalter werden eingesetzt, das Frontier-Modell strukturiert auf pseudonymisiertem Text, anymize re-identifiziert beim Empfang.
  • Daten in deutschen Rechenzentren (Hetzner). Originaldokumente werden nicht gespeichert — nur die Zuordnung Platzhalter ↔ Klarname.

Was Sie als KYC-Analyst:in tun

  • Vollständigkeit der Register-Auszüge prüfen — alle Beteiligungs-Ebenen, ausländische Equivalents und Trust-Deeds erfassen.
  • Vorschau der Anonymisierung sichten — bei Treuhand-Konstrukten besonders auf Trustee-Namen und Beneficiary-Listen achten.
  • UBO-Verifikation gegen Transparenzregister und Companies House — die Multiplikations-Rechnung der Beteiligungs-Kette per Hand nachvollziehen (KI rechnet das oft falsch).
  • § 23a GwG-Diskrepanzmeldung vorbereiten falls Abweichung zwischen Transparenzregister und festgestelltem UBO; Vier-Augen mit Senior-KYC.

Daten-Input

Handelsregister-Auszüge aller Ebenen, Gesellschaftervertrag, UBO-Erklärung, Transparenzregister-Bestätigungsmitteilung, ausländische Register-Equivalents (Companies House, Secretary-of-State, RCS), Jahresabschluss, Geschäftsplan.

Output-Kontrolle

Pseudonymisierter Text geht an die KI. Re-identifiziertes UBO-Ketten-Diagramm, UBO-Identifikations-Tabelle, Diskrepanz-Tabelle, Risiko-Indikatoren und Klassifikations-Vorschlag kommen zurück. anymize trifft keine inhaltlichen Aussagen.

Freigabeprozess

Vier-Augen bei jeder Treuhand-/Stiftungs-Konstellation und bei jedem High-Risk-Drittstaat-Bezug. § 23a-Meldung an Transparenzregister durch Senior-KYC.

07

Die KI-Anweisung

Prompt zum Kopieren

So nutzen Sie diesen Prompt:

1. Alle Register-Auszüge, Gesellschafterverträge und UBO-Erklärung in anymize einfügen — Firmennamen, HRB, Geschäftsführer- und UBO-Daten werden zu Platzhaltern.

2. Diesen Prompt kopieren und an die pseudonymisierten Dokumente anhängen.

3. In anymize unter „Tools → Reasoning“ auf „Max“ stellen, dann KI-Aufruf starten — der Output kommt re-identifiziert zurück.

4. UBO-Multiplikations-Rechnung per Hand nachvollziehen; § 23a-Meldung bei Diskrepanz vorbereiten.

Empfohlener Reasoning-Modus in anymize: Max — komplexe Mehr-Ebenen-Strukturen erfordern systematisches Durchspielen. Modell-Auswahl (GPT, Claude, Gemini) in anymize.
# Context (C)
Du unterstützt das KYC-Firmenkunden-Onboarding eines deutschen
Kreditinstituts nach § 10 GwG mit Fokus auf UBO-Identifikation nach
§ 3 GwG. Rechtsstand: <heutiges Datum>. Alle Daten sind pseudonymisiert;
behandle die [[Kategorie-Hash]]-Platzhalter unverändert.

# Role (R)
Du agierst als KYC-Drafting-Assistenz für Corporate Banking. Du kennst
§ 10, § 3 (Beneficial Owner Begriffsdefinition: >25 % oder vergleichbare
Kontrolle), § 15 GwG (EDD), § 23a GwG (Diskrepanzmeldung Transparenz-
register), die BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise GwG (Update
29.11.2024) und die FATF-Hochrisiko-Länderliste.

# Action (A)
1. Erstelle ein UBO-Ketten-Diagramm in Mermaid-Syntax (oder strukturierter
   Outline) mit allen Beteiligungs-Ebenen ≥ 10 % bis zur natürlichen Person.
2. Identifiziere alle Beneficial Owner ≥ 25 % oder mit vergleichbarer
   Kontrolle (Stimmrechtsmehrheit, Vetorechte, Treuhand-Vereinbarung).
3. Markiere Diskrepanzen zwischen UBO-Erklärung des Kunden und
   Transparenzregister-Auszug.
4. Risiko-Indikatoren-Liste: High-Risk-Drittstaat in der Kette, Treuhand-/
   Stiftungs-Konstrukt, PEP-Direkt-/Indirektbezug, Briefkasten-Domizil-
   Hinweise, ungewöhnliche Branchen.
5. Klassifikations-Vorschlag „niedrig/mittel/erhöht“ mit Begründung; bei
   „erhöht“ Empfehlung zu konkreten EDD-Maßnahmen (§ 15 GwG).
6. Markiere alle Aussagen mit `[VERIFY: …]` für die menschliche
   Verifikation gegen Primärquellen.

# Format (F)
- Abschnitt 1 — UBO-Diagramm: Mermaid-Block oder strukturierte Outline.
- Abschnitt 2 — UBO-Identifikation: Tabelle | Name (Platzhalter) |
  Beteiligung % | Kontroll-Typ | Quelle.
- Abschnitt 3 — Diskrepanz-Liste: nummerierte Punkte
  (Selbstauskunft vs. Register).
- Abschnitt 4 — Risiko-Indikatoren: nummerierte Liste.
- Abschnitt 5 — Klassifikations-Vorschlag: max. 6 Sätze + EDD-Empfehlung.

# Target Audience (T)
Senior-KYC-Analyst:in mit Gesellschaftsrechts-Kenntnissen. Präzise
Fachsprache; keine erfundenen HRB-Nummern, Namen oder Beteiligungs-%.
08

So sieht der Sachverhalt aus

Pseudonymisierter Eingabetext

Original-Onboarding-Material nach anymize-Anonymisierung. Firmennamen, HRB, UBO und Trustee sind durch Platzhalter ersetzt; Beteiligungs-%, Trust-Deed-Struktur und Sanktionsbezüge bleiben sichtbar für die UBO-Analyse.
Firmenkunden-Onboarding — Antrag [[Aktenzeichen-9b3d]]
Antragsteller: [[Unternehmensname-219e]] GmbH, [[Ort-b2e7]],
HRB [[Aktenzeichen-3a8b]]

Gesellschafterstruktur (laut HR-Auszug und Gesellschaftervertrag):
- [[Unternehmensname-c4d1]] Holding GmbH
  (Sitz [[Ort-b2e7]], HRB [[Aktenzeichen-4a2b]]) hält 100 %.

[[Unternehmensname-c4d1]] Holding GmbH — Gesellschafter:
- [[Unternehmensname-d2f8]] Ltd (Sitz Tortola, BVI) hält 60 %.
- [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]]
  (geb. [[Datum-3a8b]], DE) hält 40 %.

[[Unternehmensname-d2f8]] Ltd (BVI) — laut Trust Deed:
- Trustee: [[Unternehmensname-f1c6]] Trust Company (BVI).
- Beneficiaries: [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]]
  (Familie), unter anderem Ehefrau [[Vorname-a3f9]]
  [[Nachname-e8a2]] und Kinder.

Transparenzregister-Bestätigungsmitteilung
(Stichtag [[Datum-7f2a]]):
- Wirtschaftlich Berechtigter [[Unternehmensname-219e]] GmbH:
  [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]]
  (mittelbar über Holding-Struktur, ≥ 25 %).

Selbstauskunft Geschäftsführer
[[Vorname-f1c6]] [[Nachname-f1c6]]:
- PEP: nein
- High-Risk-Drittstaat-Bezug: nein

Geschäftszweck laut Antrag:
Software-Entwicklung im Bereich Logistik-IT.
Jahresumsatz 2024: ca. [[Geldbetrag-c4d1]] EUR.

LSEG World-Check-Treffer:
- [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]]: kein direkter PEP-Treffer;
  Adverse-Media: 2 Artikel (2019, 2021) zu früherer Geschäfts-
  tätigkeit in Russland (vor Sanktionen), keine Verurteilung.
- [[Unternehmensname-f1c6]] Trust Company: 0 Direkttreffer.
09

So liefert anymize zurück

Der Antrags-Entwurf

KI-Output (Beispiel). anymize-Re-Identifikation hat die Klarnamen wieder eingesetzt. Die [VERIFY: …]-Markierungen sind Pflicht-Verifikations-Punkte; die Multiplikations-Rechnung der Beteiligungs-Kette ist manuell zu kontrollieren.
## Abschnitt 1 — UBO-Ketten-Diagramm
```mermaid
graph TD
    A[[[Unternehmensname-219e]] GmbH — Antragsteller]
      --> B[[[Unternehmensname-c4d1]] Holding GmbH 100%]
    B --> C[[[Unternehmensname-d2f8]] Ltd BVI 60%]
    B --> D[[[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]] DE 40%]
    C --> E[Trust Deed: Beneficiaries Familie [[Nachname-e8a2]]]
    E --> D
```

## Abschnitt 2 — UBO-Identifikation
| Name (Platzhalter) | Beteiligung effektiv | Kontroll-Typ | Quelle |
|---|---|---|---|
| [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]] | ≥ 25 % mittelbar |
  wirtschaftliche Berechtigung über Trust + direkter 40 %-Anteil |
  HR-Auszug + Trust Deed + Transparenzregister
  [VERIFY: vollständige Trust-Deed-Einsicht] |

## Abschnitt 3 — Diskrepanz-Liste
1. Transparenzregister nennt nur [[Vorname-e8a2]] [[Nachname-e8a2]]
   als wirtschaftlich Berechtigten. Trust-Deed lässt zusätzliche
   Familienmitglieder als Beneficiaries vermuten.
   § 23a GwG-Diskrepanzmeldung prüfen
   [VERIFY: vollständige Beneficiary-Liste der Trust Deed].

## Abschnitt 4 — Risiko-Indikatoren
1. Treuhand-Konstrukt mit Sitz BVI (Drittland, intransparente
   Jurisdiktion, FATF-Beobachtung).
2. Adverse-Media-Treffer zu früherer Russland-Geschäftstätigkeit
   (vor Sanktionen) — Sanktionsbezug heute prüfen
   [VERIFY: aktuelle EU-Russland-Sanktionsliste].
3. Mehrstufige Holding-Struktur mit grenzüberschreitendem Element.
4. Geschäftszweck Software unauffällig; Plausibilität der BVI-Trust-
   Beteiligung an einer Software-GmbH ist erklärungsbedürftig.

## Abschnitt 5 — Klassifikations-Vorschlag
**Vorschlag: erhöht (EDD nach § 15 GwG empfohlen).** Begründung:
Drittland-Trust-Konstrukt erfüllt § 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG-Anhaltspunkt
(komplexe Struktur). EDD-Maßnahmen: zusätzliche Identifikation aller
Trust-Beneficiaries, Herkunfts-der-Mittel-Nachweis, intensiviertes
Monitoring; jährlicher Periodic Review. Diskrepanzmeldung § 23a GwG
prüfen. Endgültige Klassifikation durch Senior-KYC und AML-Officer im
Vier-Augen-Prinzip.
10

Was das Berufsrecht verlangt

Pflichten — und wie anymize sie abdeckt

§ 23a GwG Diskrepanzmeldung (SRC-0112)

Jede Abweichung Transparenzregister vs. eigene UBO-Feststellung ist Diskrepanzmeldung an das Transparenzregister; Nicht-Meldung ist Bußgeldtatbestand. Der KI-Vorentwurf der Diskrepanz-Tabelle senkt das Übersehens-Risiko, ersetzt aber nicht die Meldungs-Vorbereitung.

§ 3 GwG: 25 % als untere, nicht obere Schwelle

UBO kann auch unter 25 % vorliegen bei vergleichbarer Kontrolle (Stimmbindungsvertrag, goldene Aktien, Vetorechte). Die KI-Heuristik „25 %“ reicht nicht — Kontroll-Typ-Spalte im Prompt erzwingt explizite Bewertung.

Treuhand-Konstrukte = § 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG-Anhaltspunkt

EDD-Pflicht bei jedem Trust-/Stiftungs-Konstrukt. Ein KI-Vorschlag „mittleres Risiko“ bei Trust-Beteiligung ist fast immer falsch — Vier-Augen mit AML-Officer.

Halluzinations-Risiko bei UBO-Ketten (SRC-0158)

LLMs erfinden plausibel klingende Eigentumsverhältnisse; MIT-Thesis 2025 dokumentiert Halluzinationsraten >20 % bei Banking-Queries. Verifikation gegen Transparenzregister-Primärauszüge und Companies House Pflicht.

§ 43 KWG Bankgeheimnis bei Pseudonymisierungs-Lücke (SRC-0109)

Firmennamen sind häufig im Internet auffindbar; Re-Identifikation durch LLM-Anbieter ist Risiko, wenn Pseudonymisierung lückenhaft ist. Spot-Check insbesondere auf ausländische Schreibweisen (Ltd, Inc, S.A.) Pflicht.

§ 25h Abs. 2 S. 1 KWG — Endentscheidung im Inland (SRC-0108)

UBO-Klassifikation als EDD-Anker bleibt deutsche Bank-Entscheidung. anymize trennt strukturell: KI strukturiert auf pseudonymisiertem Text, Senior-KYC entscheidet im Inland.

BaFin-Orientierungshilfe IKT/KI (SRC-0119)

KI im UBO-Drafting ist IKT-Asset im Sinne von Art. 3 Nr. 2 DORA; Inventar-Pflicht, Schatten-KI-Verbot, Lifecycle-Management. anymize-Pseudonymisierung gehört ins KI-Inventar.

11

Datenschutz und Vertraulichkeit

So funktioniert das mit anymize

Die aufsichtsrechtlich entscheidende Frage bei Firmenkunden-Onboarding mit KI: Sieht der LLM-Anbieter die Firmennamen mit HRB, die UBO-Klarnamen, die Beteiligungsverhältnisse, die Treuhänder-Namen und die Geschäftsführer-Daten? Antwort mit anymize: nein. Diese Identifikatoren werden vor dem KI-Aufruf zu Platzhaltern; nach der KI-Antwort identifiziert anymize zurück. Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner), AVV nach Art. 28 DSGVO und § 25b KWG-Auslagerungsanzeige sind Teil des Standardvertrags. Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO i.V.m. § 10 GwG; bei Vertragsanbahnung zusätzlich Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. § 43 KWG Bankgeheimnis bleibt strukturell gewahrt; § 25h KWG-Endentscheidung im Inland; § 23a GwG-Diskrepanzmeldung wird durch KI-Vorentwurf vorbereitet, nicht ersetzt. BaFin-Orientierungshilfe IKT/KI vom 18.12.2025 verlangt anymize-Pseudonymisierung als Eintrag im KI-Inventar.

Was anymize konkret leistet

  • Erkennt Firmennamen + HRB-/HRA-Nummern, Geschäftsführer-Daten, UBO-Klarnamen, Treuhänder-Bezüge und ausländische Rechtsform-Bezeichnungen mit über 95 % Genauigkeit.
  • Ersetzt sie durch semantische Platzhalter, bevor das KYC-Material an GPT, Claude oder Gemini geht.
  • Re-identifiziert die KI-Antwort automatisch — Sie sehen das UBO-Diagramm und die Diskrepanz-Liste mit den richtigen Klarnamen zurück.
  • Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner). AVV + Auslagerungsanzeige § 25b KWG + Art. 31 DORA + BaFin-KI-Inventar werden unterstützt.
  • Alternativen: Self-Hosted Microsoft Presidio On-Premises; Finanz Informatik S-KIPilot (Sparkassen); atruvia KI-Kompetenzcenter (Genossenschaftsbanken); Commerzbank Doc AI+/Sherlock; spezialisierte UBO-Lösungen (LSEG, Orbis) mit Hybrid-On-Premises-Komponenten.
12

Sicherheitscheck vor der Einreichung

Was anymize liefert — was Sie souverän entscheiden

Vor dem KI-Aufruf

  • Alle HR-Auszüge der Beteiligungs-Ebenen vollständig erfasst?
  • Ausländische Register-Equivalents (Companies House, Secretary-of-State, RCS) abgerufen?
  • Trust-Deeds und Stiftungs-Urkunden vollständig?
  • Transparenzregister-Bestätigungsmitteilung mit aktuellem Stichtag?
  • Anonymisierungs-Vorschau gesichtet — Trustee- und Beneficiary-Namen erfasst?

Nach der KI-Antwort

  • Re-Identifikation korrekt — alle Platzhalter zurückgesetzt?
  • UBO-Multiplikations-Rechnung per Hand nachvollzogen?
  • Diskrepanz-Tabelle gegen Transparenzregister-Primärauszug verifiziert?
  • Alle [VERIFY: …]-Markierungen abgearbeitet (Trust-Deed-Einsicht, Companies-House-Stand)?
  • Treuhand-Risiko-Indikatoren explizit gewürdigt?

Vor der KYC-Freigabe

  • Endklassifikation durch Senior-KYC nach § 10 Abs. 2 GwG?
  • Bei EDD nach § 15 GwG: Vier-Augen mit AML-Officer?
  • § 23a-Diskrepanzmeldung an Transparenzregister vorbereitet (falls Abweichung)?
  • Bei Drittland-Trust: MLRO informiert?
  • Periodic-Review-Trigger und Aufbewahrung 5 Jahre § 50 GwG dokumentiert?

Typische Fehlermuster — und wie anymize gegensteuert

  • KI rechnet effektive Beteiligungs-% entlang der Holding-Kette falsch (Multiplikation statt Addition) — manuelle Verifikation der Rechnung Pflicht.
  • KI erkennt Treuhand-Konstrukt nicht als § 15 Abs. 3 Nr. 1 GwG-Anhaltspunkt und schlägt „mittel“ vor — das ist fast immer falsch.
  • KI behauptet HRB- oder Companies-House-Nummern, die im Input nicht standen (Halluzinations-Risiko) — erfundene HRB sind Compliance-Sofort-Stopper.
  • KI klassifiziert Nominee-Director-Hinweise (Tortola, Belize, Panama) als unverdächtig — der Prompt zwingt zur expliziten Würdigung.
  • KI übersieht Diskrepanz zwischen Trust-Deed-Beneficiary-Liste und Transparenzregister-Eintrag — die nummerierte Diskrepanz-Tabelle erzwingt die Sichtbarkeit.
13

Rechtsgrundlagen

Normen, Urteile, Belege

Primärnormen

  • Beneficial Owner Begriffsdefinition (>25 % oder vergleichbare Kontrolle, SRC-0112)
  • Allgemeine Sorgfaltspflichten (SRC-0112)
  • Verstärkte Sorgfaltspflichten / EDD (SRC-0112)
  • Eintragungspflicht Transparenzregister (SRC-0112)
  • Diskrepanzmeldung an Transparenzregister (SRC-0112)
  • Aufbewahrung 5 Jahre (SRC-0112)
  • Bankgeheimnis (SRC-0109)
  • AML-Sicherungsmaßnahmen, Endentscheidung im Inland (SRC-0108)
  • Auftragsverarbeitung (SRC-0142)

Aufsichtspraxis

  • Auslegungs- und Anwendungshinweise GwG (Update 29.11.2024)
  • KI-Inventar-Pflicht (18.12.2025, SRC-0119)
  • Standard für Drittland-Beurteilung

Tool-Markt

  • LSEG World-Check — Beneficial-Ownership-Datenbank
  • Azure AI Document Intelligence Frankfurt, BSI C5
  • ABBYY Vantage — IDP Banking-Skills

Stand: · Nächste Überprüfung:

Hinweis zur Nutzung

Zur Orientierung — nicht als Mandatsersatz

Diese Anleitung beschreibt einen Arbeitsablauf, den Sie mit anymize umsetzen können. Sie ist zur Orientierung gedacht und ersetzt weder die anwaltliche Würdigung im Einzelfall noch eine fachanwaltliche Prüfung. Welche Rechtsprechung einschlägig ist, wie der Sachverhalt rechtlich zu bewerten ist, welche Anträge in Ihrem konkreten Mandat richtig sind — das bleibt selbstverständlich bei Ihnen.

KI-Outputs müssen vor jeder Verwendung anwaltlich geprüft werden. Insbesondere Urteils-Aktenzeichen, Norm-Verweise und Fristen sind gegen Primärquellen zu verifizieren. anymize gewährleistet die Vertraulichkeit der Mandantendaten gegenüber dem KI-Anbieter; die fachliche Richtigkeit des Outputs liegt in Ihrer Verantwortung.

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