Arbeitsrecht

Bewerber-Vertraulichkeit

anymize entfernt Bewerber-Namen, Kontaktdaten, Gehaltswünsche und Bewerbungs-Unterlagen-Bezüge automatisch, bevor der Sachverhalt an GPT, Claude oder Gemini geht — und setzt sie nach der KI-Antwort wieder ein. So prüfen Sie DSGVO-Konformität, AGG-unzulässige Fragen und Bewerber-Pool-Einwilligungen in Minuten, ohne § 43a BRAO oder § 203 StGB zu berühren.

Schwierigkeit: Fortgeschritten · Datenklasse: Mandantendaten · Letztes Review:

Zur Orientierung gedacht. Die anwaltliche Würdigung im Einzelfall bleibt selbstverständlich bei Ihnen — KI-Outputs sind vor jeder Verwendung zu prüfen. Mehr dazu am Ende.

01

Anwendungsbereich

Worum geht es hier?

Verträge analysieren

Datenschutz im Bewerbungsverfahren ist für Arbeitgeber ein hochsensibles Compliance-Feld: DSGVO-Rechtsgrundlagen, AGG-konforme Fragen, Aufbewahrungsfristen und Bewerber-Pool-Einwilligungen müssen stimmen. anymize hält Bewerber-Klarnamen, Kontaktdaten, Gehaltswünsche und Bewerbungs-Unterlagen-Inhalte aus dem KI-Kontext; die DSGVO- und AGG-Compliance-Prüfung läuft auf pseudonymisiertem Text.

02

Für wen passt das?

Zielgruppe und Kontext

Rolle
Fachanwält:in für Arbeitsrecht; Rechtsanwält:in mit Arbeitsrecht-Schwerpunkt; Inhouse-Counsel HR mit Bewerbungsverfahren-Verantwortung; Datenschutzbeauftragte mit Schwerpunkt HR-Daten.
Seniorität
Berufsanfang bis Spezialist:in — die Compliance-Prüfung folgt einem klaren DSGVO-AGG-Schema, erfordert aber Erfahrung bei der Einwilligungs-Gestaltung für Bewerber-Pools und bei der Schnittstelle zu Art. 9 DSGVO (Gesundheitsdaten, Schwerbehinderung).
Kanzleigröße
Einzelkanzlei bis Großkanzlei; besonders relevant bei Mandaten mit HR-Technologie-Einsatz (ATS-Systeme, automatisierte Vorauswahl).
Spezifische Kontexte
Arbeitgeber baut ein Bewerbungsverfahren DSGVO-konform auf; Kanzlei prüft ein bestehendes Verfahren auf Compliance-Lücken; Datenschutz-Beschwerde eines abgelehnten Bewerbers; Inhouse-Counsel bereitet Datenschutz-Schulung für HR vor.
03

Die Situation in der Kanzlei

So bringen Sie Tempo und Sorgfalt zusammen

Bewerbungsverfahren verarbeiten eine Vielzahl personenbezogener Daten unter erheblichem Zeitdruck: Lebensläufe, Anschreiben, Zeugnisse, Gehaltsvorstellungen — all das fließt durch interne HR-Systeme, Recruiter und ggf. externe Personaldienstleister. Die DSGVO-Rechtsgrundlage (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO i.V.m. Art. 88 DSGVO und § 26 BDSG), die AGG-konforme Gestaltung von Vorstellungsgesprächen, die 6-Monats-Aufbewahrungsfrist und die Einwilligungs-Pflicht bei Bewerber-Pools sind typische Compliance-Schwachstellen. Wer ChatGPT oder Claude direkt nutzt, verletzt § 43a BRAO, sobald Bewerber-Namen, Kontaktdaten und Unterlagen-Inhalte das Haus verlassen. anymize löst diesen Konflikt: Bewerber-Klarnamen, Kontaktdaten, Gehaltswünsche und Unterlagen-Bezüge werden vor dem KI-Aufruf zu Platzhaltern; nach der KI-Antwort re-identifiziert anymize automatisch.

04

Was Sie davon haben

Zeit, Wert, Vertraulichkeit

Zeit pro Compliance-Prüfung

~50 Min

Frontier-KI strukturiert DSGVO-Rechtsgrundlagen, AGG-Fragen-Check und Bewerber-Pool-Einwilligungs-Gestaltung in unter zehn Minuten. Anwaltliche Würdigung und Mandanten-Empfehlung kommen wie gewohnt obendrauf.

Mehrwert pro Mandat

€ 150–300

Stundensatz Arbeitsrecht/Datenschutz (€ 200–350/h) angewandt auf 50 Minuten freigespielte Strukturierungs-Zeit.

Vertraulichkeit

strukturell

anymize entfernt 40+ Kategorien personenbezogener Daten — Bewerber-Name, Kontaktdaten, Gehaltswunsch, Bewerbungs-Unterlagen-Bezüge — bevor der Text das Haus verlässt.

Erkennungsrate

>95 %

Dreifach geprüft (Algorithmus + zwei spezialisierte KI-Prüfungen). Restmenge kontrollieren Sie im Vorschau-Modus vor dem KI-Aufruf.

05

So gehen Sie vor

In 5 Schritten zum Antrag

1

Bewerbungsverfahren-Unterlagen bereitstellen. Sie übernehmen Muster-Stellenausschreibung, Bewerbungs-Formular, Interviewleitfaden sowie ggf. Bewerber-Pool-Einwilligungstext in den anymize-Arbeitsplatz. Klären Sie vorab: Geht es um die Prüfung eines bestehenden Verfahrens oder um den Aufbau eines neuen? Gibt es einen ATS-Einsatz (Applicant Tracking System)?

Sie

Compliance-Grundlage und Verfahrens-Einordnung klären

2

anymize anonymisiert automatisch. Über 40 Kategorien personenbezogener Daten — Bewerber-Name, E-Mail, Telefonnummer, Adresse, Gehaltsvorstellung, Geburtsdatum — werden durch semantische Platzhalter ersetzt. Vorschau vor dem KI-Aufruf; Erkennungsrate über 95 %.

anymize

§ 43a BRAO Verschwiegenheit · § 203 StGB

3

Frontier-KI prüft DSGVO- und AGG-Compliance. Der pseudonymisierte Sachverhalt geht an Ihr gewähltes Modell — GPT, Claude oder Gemini. Mit dem unten stehenden Prompt fragen Sie die Rechtsgrundlagen-Prüfung nach Art. 6 DSGVO + § 26 BDSG, die AGG-unzulässigen Fragen, die Aufbewahrungsfrist und die Bewerber-Pool-Einwilligungs-Gestaltung ab. Die KI sieht keine Bewerber-Klarnamen.

GPT / Claude / Gemini in anymize

DSGVO-AGG-Compliance in Minuten

4

anymize re-identifiziert. Die KI-Antwort kommt mit Platzhaltern zurück; anymize setzt automatisch die Originaldaten wieder ein. Sie erhalten einen strukturierten Compliance-Report mit Ampel-Bewertung, den Sie anwaltlich überarbeiten.

anymize + Sie

Bidirektionale Anonymisierung · anwaltliche Würdigung

5

Anwaltliche Würdigung und Mandanten-Empfehlung. Sie prüfen den Compliance-Report, verifizieren Quellen-Angaben (Aufsichtsbehörden-Hinweise, BayLDA, DSK-Orientierungshilfen) und erarbeiten konkrete Handlungsempfehlungen für HR.

Sie

Anwaltliche Beratung im Mandatsverhältnis

06

Womit Sie arbeiten

So setzen Sie anymize konkret ein

Was anymize tut

  • Erkennt 40+ Kategorien personenbezogener Daten — Bewerber-Name, E-Mail, Telefon, Adresse, Gehaltsvorstellung, Geburtsdatum — mit über 95 % Erkennungsrate.
  • Dreistufige Prüfung: Algorithmische Analyse, dann zwei spezialisierte KI-Prüfungen, die auch Kontext berücksichtigen (z. B. Adresse als Wohnort des Bewerbers vs. als Unternehmensstandort).
  • Bidirektionale Anonymisierung: Platzhalter werden eingesetzt, das Frontier-Modell antwortet mit Kontext, anymize re-identifiziert beim Empfang.
  • Daten in deutschen Rechenzentren (Hetzner). Originaldokumente werden nicht gespeichert — nur die Zuordnung Platzhalter ↔ Klarname.

Was Sie als Anwält:in tun

  • Bewerbungsverfahren-Unterlagen bereitstellen — Stellenausschreibung, Formular, Interviewleitfaden, ggf. ATS-Beschreibung.
  • Anonymisierungs-Vorschau sichten — bei Bewerbungen besonders auf Namen in Anschreiben-Kopfzeilen, E-Mail-Adressen und Zeugnisse achten.
  • Compliance-Report anwaltlich würdigen — AGG-Risiken einordnen, Einwilligungs-Texte überprüfen.
  • DSK-Orientierungshilfen und Aufsichtsbehörden-Hinweise gegen KI-Output verifizieren; Mandanten-Empfehlung formulieren.

Daten-Input

Muster-Stellenausschreibung, Bewerbungs-Formular, Interviewleitfaden, ggf. Bewerber-Pool-Einwilligungstext, ATS-Datenschutzerklärung falls vorhanden.

Output-Kontrolle

Pseudonymisierter Text geht an die KI. Re-identifizierter Compliance-Report mit Rechtsgrundlagen-Prüfung, AGG-Ampel-Bewertung und Bewerber-Pool-Empfehlungen kommt zurück. anymize trifft keine inhaltlichen Aussagen — die Strukturierung leistet das Frontier-Modell, die Würdigung machen Sie.

Freigabeprozess

Sie behalten jederzeit die Hoheit: Sichtung der Anonymisierung, anwaltliche Bewertung der DSGVO- und AGG-Compliance, Mandanten-Beratung — alles im üblichen Kanzlei-Workflow.

07

Die KI-Anweisung

Prompt zum Kopieren

So nutzen Sie diesen Prompt:

1. Stellenausschreibung, Bewerbungs-Formular und Interviewleitfaden in anymize einfügen — die Anonymisierung läuft automatisch (Bewerber-Name, Kontaktdaten, Gehaltsvorstellung werden zu Platzhaltern).

2. ATS-Einsatz (falls vorhanden) im Prompt ergänzen.

3. Diesen Prompt kopieren und an den Sachverhalt anhängen.

4. In anymize unter „Tools → Reasoning“ auf „Fast“ oder „Thinking-Modus“ stellen, dann KI-Aufruf starten — der Output kommt re-identifiziert zurück.

Empfohlener Reasoning-Modus in anymize: Fast bis Thinking-Modus. Bei Standard-Bewerbungsverfahren ohne ATS reicht Fast; bei komplexen Systemen mit automatisierter Vorauswahl oder mit Art.-9-Bezügen (Schwerbehinderung) Thinking-Modus. Modell-Auswahl (GPT, Claude, Gemini) in anymize.
# Rolle
Du bist Datenschutz- und Arbeitsrechts-Assistenz für eine Anwaltskanzlei.
Rechtsstand: <heutiges Datum — bitte aktuell ermitteln und hier einsetzen>.

# Aufgabe
Prüfe das vorgelegte Bewerbungsverfahren auf DSGVO- und AGG-Compliance.
Prüfe (1) die Rechtsgrundlagen nach Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO,
Art. 88 DSGVO und § 26 BDSG, (2) AGG-unzulässige Fragen im
Bewerbungsformular und Interviewleitfaden, (3) die Aufbewahrungsfrist
für Bewerbungs-Unterlagen, (4) die Einwilligung für einen Bewerber-Pool
nach Art. 7 DSGVO und § 26 Abs. 2 BDSG.

Mandatsseite: ARBEITGEBER.

Liefere einen strukturierten Compliance-Report mit Ampel-Bewertung.
Die anwaltliche Würdigung — konkrete Handlungsempfehlung an HR —
ist NICHT deine Aufgabe.

# Inhalt

1. Rechtsgrundlagen-Matrix
   | Verarbeitungsschritt | Rechtsgrundlage | Bewertung | Ampel |
   Bewerbungs-Eingang: Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO i.V.m. § 26 BDSG
   Interviewleitfaden: Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO i.V.m. § 26 Abs. 1 BDSG
   Referenz-Einholung: § 26 Abs. 1 BDSG — Erforderlichkeits-Prüfung
   Bewerber-Pool: Art. 7 DSGVO i.V.m. § 26 Abs. 2 BDSG — Einwilligung

2. AGG-Fragen-Check
   Für jede Frage im Bewerbungsformular / Interviewleitfaden:
   - Frage-Text (aus Sachverhalt)
   - AGG-Merkmal betroffen (§ 1 AGG): Rasse, ethnische Herkunft, Geschlecht,
     Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Identität
   - Zulässig / Unzulässig / Grenzbereich
   - Begründung: BAG-Linie oder DSK-Hinweis [ANWALT-WERTUNG erforderlich]

3. Aufbewahrungsfrist
   - Standard: 6 Monate nach Absage (Orientierung: DSK-Beschluss —
     verifikations-bedürftig)
   - Ausnahme: Klage-Abwehr-Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
     (maximal bis Rechtskraft eines etwaigen Klageverfahrens)
   - Lösch-Pflicht: automatisierte Löschung nach Fristablauf sichergestellt?

4. Bewerber-Pool — Einwilligung
   - Einwilligungs-Text: freiwillig, informiert, spezifisch (Art. 7 DSGVO)?
   - § 26 Abs. 2 BDSG: Schriftform-Empfehlung für HR-Daten
   - Widerrufs-Recht nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO klar kommuniziert?
   - Aufbewahrung im Pool: Zeitraum definiert?

5. Art. 88 DSGVO — nationale Öffnungsklausel
   - § 26 BDSG als Umsetzungsregelung: ausreichend als Rechtsgrundlage?
   - Besonderheiten bei besonders sensiblen Daten (§ 26 Abs. 3 BDSG i.V.m.
     Art. 9 DSGVO): Schwerbehinderung, Gesundheit nur mit expliziter
     Grundlage oder Einwilligung

6. Datenschutzerklärung gegenüber Bewerber:innen (Art. 13 DSGVO)
   - Verantwortlicher, Kontakt Datenschutzbeauftragter, Zweck, Rechtsgrundlage,
     Speicherdauer, Rechte der betroffenen Person
   [ANWALT-WERTUNG: vollständig?]

7. Ampel-Zusammenfassung
   - [GRUEN] — DSGVO/AGG-konform
   - [GELB] — Anpassungsbedarf / Grenzbereich
   - [ORANGE] — erhöhtes Risiko, Handlungsbedarf
   KEINE roten Ampeln — stattdessen [ORANGE] für kritische Punkte.

8. Citation-Verifikations-Liste
   Alle genannten Behörden-Hinweise, DSK-Beschlüsse und BAG-Aktenzeichen
   mit Datum als manuell zu prüfende Liste.

# Format
Markdown. Tabellen für Rechtsgrundlagen-Matrix und AGG-Fragen-Check.

# Verbote
KEINE konkrete Handlungsempfehlung an HR (das ist die anwaltliche Würdigung).
KEINE Aussage zur Buß-Geldhöhe im Einzelfall ohne Quellen-Beleg.
KEIN Behörden-Hinweis ohne „verifikations-bedürftig“-Markierung bei Unsicherheit.
KEINE Empfehlung bestimmter Software-Produkte.
08

So sieht der Sachverhalt aus

Pseudonymisierter Eingabetext

Bewerbungsverfahren-Unterlagen nach anymize-Anonymisierung. Bewerber-Name, Adresse, E-Mail, Gehaltsvorstellung und Geburtsdatum sind durch anymize-Platzhalter im Format [[Kategorie-Hash]] ersetzt. Formular-Struktur und Interviewleitfaden bleiben sichtbar, weil sie für die AGG-Prüfung benötigt werden.
Stellenausschreibung: [[Unternehmensname-b3c7]] sucht [[Beruf-b3c7]].

Bewerbungsformular — Pflichtfelder:
  - Vorname / Nachname: [[Vorname-4d9a]] [[Nachname-4d9a]]
  - Adresse: [[Adresse-4d9a]]
  - E-Mail: [[Email-4d9a]]
  - Gehaltsvorstellung: [[Geldbetrag-4d9a]] EUR/Jahr
  - Geburtsdatum: [[Datum-4d9a]]
  - Schwerbehindert: [ ] Ja [ ] Nein (Pflichtfeld)
  - Familienstand: [ ] ledig [ ] verheiratet [ ] geschieden (Pflichtfeld)

Interviewleitfaden (Auszug):
  - „Planen Sie in den nächsten zwei Jahren eine Familiengründung?“
  - „Haben Sie Kinder und wenn ja, wie ist die Betreuung sichergestellt?“
  - „Welcher Religion gehören Sie an?“
  - „Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?“

Bewerber-Pool-Einwilligungstext:
  „Wir möchten Ihre Bewerbungsunterlagen für zukünftige Stellen verwenden.
  Sind Sie einverstanden? [ ] Ja“
09

So liefert anymize zurück

Der Antrags-Entwurf

KI-Output (Beispiel). Die anymize-Re-Identifikation hat Bewerber-Daten wieder eingesetzt. DSK-Hinweise und BAG-Aktenzeichen prüfen Sie kurz gegen die offiziellen Quellen.
# Bewerbungsverfahren — DSGVO- und AGG-Compliance-Report

## Executive Summary
Vier kritische Punkte: (1) Pflichtfeld „Schwerbehindert“ und
„Familienstand“ verletzen Art. 9 DSGVO bzw. das AGG-Diskriminierungsverbot;
(2) Interviewfragen zu Familienplanung, Kinderbetreuung und Religion
sind AGG-unzulässig; (3) Bewerber-Pool-Einwilligung ist zu unbestimmt
und entspricht nicht Art. 7 DSGVO + § 26 Abs. 2 BDSG;
(4) Aufbewahrungsfrist und Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO
sind nicht dokumentiert.

## I. Rechtsgrundlagen-Matrix

| Verarbeitungsschritt | Rechtsgrundlage | Bewertung | Ampel |
|---|---|---|---|
| Bewerbungs-Eingang | Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO + § 26 Abs. 1 BDSG | Grundlage vorhanden | [GRUEN] |
| Pflichtfeld Geburtsdatum | § 26 Abs. 1 BDSG — Erforderlichkeit? | Für Altersnachweis i. d. R. nicht erforderlich | [GELB] |
| Pflichtfeld Schwerbehindert | Art. 9 DSGVO — besondere Kategorie | Ohne explizite Grundlage unzulässig | [ORANGE] |
| Pflichtfeld Familienstand | Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO | Für Arbeitsverhältnis nicht erforderlich | [ORANGE] |
| Bewerber-Pool | Art. 7 DSGVO + § 26 Abs. 2 BDSG | Einwilligung unzureichend | [ORANGE] |

## II. AGG-Fragen-Check

| Frage | AGG-Merkmal (§ 1 AGG) | Bewertung |
|---|---|---|
| „Planen Sie in den nächsten zwei Jahren eine Familiengründung?“ | Geschlecht / Familienstand | [ORANGE] — AGG-unzulässig, mittelbare Diskriminierung nach Geschlecht |
| „Haben Sie Kinder — wie ist Betreuung sichergestellt?“ | Geschlecht | [ORANGE] — AGG-unzulässig, typischerweise Frauen benachteiligend |
| „Welcher Religion gehören Sie an?“ | Religion (§ 1 AGG) | [ORANGE] — AGG-unzulässig, außer kirchlicher Arbeitgeber mit legitimem Bezug [ANWALT-WERTUNG] |
| „Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?“ | keines | [GRUEN] — zulässig |

## III. Aufbewahrungsfrist

**Standard:** 6 Monate nach Absage (Orientierung: DSK-Orientierungshilfe
Beschäftigtendatenschutz — verifikations-bedürftig).

**Ausnahme:** Wenn ein AGG-Klageverfahren droht: Aufbewahrung bis
Rechtskraft zulässig nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.

**Prüfung:** Ist eine automatisierte Löschung nach 6 Monaten
sichergestellt? [ANWALT-WERTUNG: HR-System-Check erforderlich]

## IV. Bewerber-Pool — Einwilligung

**Problem:** Der vorgelegte Text „Sind Sie einverstanden? [ ] Ja“
erfüllt die Anforderungen an Art. 7 DSGVO und § 26 Abs. 2 BDSG nicht:
- Keine klare Information über Zweck und Aufbewahrungsdauer
- Kein expliziter Widerrufs-Hinweis (Art. 7 Abs. 3 DSGVO)
- Formular-Pflichtfeld-Kontext kann Freiwilligkeit gefährden

**Mindestanforderungen für wirksame Einwilligung:**
[ANWALT-WERTUNG: Einwilligungs-Text überarbeiten mit:
Zweckangabe, Speicherdauer, Widerrufsrecht, optionales Ankreuzfeld]

## V. Citation-Verifikations-Liste

1. DSK-Orientierungshilfe Beschäftigtendatenschutz — Aufbewahrungsfristen
   (verifikations-bedürftig)
2. BAG-Linie AGG-unzulässige Fragen (verifikations-bedürftig)
10

Was das Berufsrecht verlangt

Pflichten — und wie anymize sie abdeckt

§ 43a BRAO Verschwiegenheit

anymize ersetzt 40+ Kategorien personenbezogener Daten durch Platzhalter, bevor irgendein KI-Anbieter die Bewerbungs-Unterlagen sieht. Bewerber-Name, Kontaktdaten, Gehaltsvorstellung — alles automatisch erkannt mit über 95 % Erkennungsrate.

Art. 9 DSGVO — Pflichtfeld Schwerbehinderung

Ein Pflichtfeld zu Schwerbehinderung im Bewerbungsformular verarbeitet Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Die Verarbeitung bedarf einer expliziten Rechtsgrundlage nach Art. 9 Abs. 2 DSGVO — i. d. R. Einwilligung oder ein spezifisches Beschäftigungsgesetz-Erfordernis. Die KI markiert diesen Punkt als [ORANGE]; die anwaltliche Würdigung ist zwingend.

AGG-unzulässige Fragen — Haftungsrisiko

Nach § 15 AGG kann ein abgelehnter Bewerber Schadensersatz geltend machen, wenn er nachweist, dass AGG-unzulässige Fragen bei der Auswahl eine Rolle gespielt haben. Die Beweislast-Erleichterung des § 22 AGG arbeitet zu Gunsten des Bewerbers.

§ 43e BRAO Auftragsverarbeitung

Sie schließen einen AVV mit anymize ab. Datenverarbeitung ausschließlich in deutschen Rechenzentren (Hetzner). Originaldokumente speichern wir nicht — nur die Zuordnung Platzhalter ↔ Originaldaten.

Bewerber-Pool-Einwilligung — Freiwilligkeit

Im Beschäftigungskontext ist die Freiwilligkeit einer Einwilligung nach § 26 Abs. 2 BDSG besonders zu prüfen — bei einem laufenden Bewerbungsverfahren darf die Einwilligung für den Pool nicht faktisch erzwungen werden. Die KI prüft die Formular-Gestaltung (optionales Ankreuzfeld vs. Pflichtfeld).

Aufbewahrungsfrist 6 Monate

Die 6-Monats-Frist nach Absage ist die gängige Orientierung zur Wahrung eines AGG-Abwehr-Interesses. Eine längere Aufbewahrung bedarf einer eigenen Rechtsgrundlage (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) und muss dokumentiert sein.

11

Datenschutz und Vertraulichkeit

So funktioniert das mit anymize

Die Bewerbungsverfahren-Prüfung ist eine der datenschutz-intensivsten Tätigkeiten im Arbeitsrecht: Jede Bewerbung enthält Namen, Adressen, Fotos, Zeugnisse, Gehaltsvorstellungen — und häufig auch sensible Daten nach Art. 9 DSGVO (Schwerbehinderung, Gesundheits-Angaben). Antwort mit anymize: Bewerber-Klarnamen und Kontaktdaten werden vor dem KI-Aufruf durch Platzhalter ersetzt; nach der KI-Antwort identifiziert anymize zurück. Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner), AVV nach Art. 28 DSGVO und § 43e BRAO ist Teil des Standardvertrags. Rechtsgrundlage Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Mandatsvertrag). Bei Art.-9-Bezügen (Schwerbehinderung, Gesundheit) zusätzlich Art. 9 Abs. 2 lit. f i.V.m. § 43a BRAO.

Was anymize konkret leistet

  • Erkennt Bewerber-Name, E-Mail, Telefon, Adresse, Gehaltsvorstellung und Geburtsdatum mit über 95 % Genauigkeit.
  • Ersetzt sie durch semantische Platzhalter, bevor der Sachverhalt an GPT, Claude oder Gemini geht.
  • Re-identifiziert die KI-Antwort automatisch — Sie sehen den Compliance-Report mit den richtigen Klarnamen zurück.
  • Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner). AVV nach Art. 28 DSGVO mit § 43e BRAO-Erklärung im Standardvertrag.
  • Originaldokumente werden nicht gespeichert — nur die Zuordnung Platzhalter ↔ Klarname.
12

Sicherheitscheck vor der Einreichung

Was anymize liefert — was Sie souverän entscheiden

Vor dem KI-Aufruf

  • Stellenausschreibung, Bewerbungsformular und Interviewleitfaden vollständig in anymize eingegeben?
  • ATS-Einsatz (Applicant Tracking System) dokumentiert und im Sachverhalt vermerkt?
  • Bewerber-Pool-Einwilligungstext eingegeben falls vorhanden?
  • Art.-9-Bezüge (Schwerbehinderung, Gesundheit) in der Anonymisierungs-Vorschau geprüft?
  • Anonymisierungs-Vorschau gesichtet — Bewerber-Namen in Anschreiben-Kopfzeilen und Zeugnissen korrekt erfasst?

Nach der KI-Antwort

  • Re-Identifikation korrekt — alle Platzhalter zurückgesetzt?
  • Rechtsgrundlagen-Matrix vollständig — alle Verarbeitungsschritte abgedeckt?
  • AGG-Fragen-Check für alle Formular- und Interviewfragen durchgeführt?
  • Bewerber-Pool-Einwilligung auf Freiwilligkeit und Widerrufs-Hinweis geprüft?
  • DSK-Hinweise und BAG-Aktenzeichen gegen offizielle Quellen verifiziert?

Vor der Mandanten-Empfehlung

  • Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO auf Vollständigkeit geprüft?
  • Automatisierte Löschung nach 6 Monaten — technisch sichergestellt?
  • Art.-9-Bezüge (Schwerbehinderung im Pflichtfeld) gesondert mit Mandant besprochen?
  • Handlungsempfehlungen für HR priorisiert (dringend vs. mittelfristig)?

Typische Fehlermuster — und wie anymize gegensteuert

  • KI übersieht Art. 9 DSGVO bei Pflichtfeld zu Schwerbehinderung — der Prompt erzwingt explizite Prüfung dieser Kategorie.
  • KI klassifiziert Familienplanungs-Fragen als „zulässig bei sachlichem Bezug“, obwohl die AGG-Linie hier strenger ist — immer als [ANWALT-WERTUNG] kennzeichnen.
  • KI empfiehlt ohne Quellen-Beleg eine bestimmte Aufbewahrungsfrist jenseits der 6-Monats-Orientierung — Prompt verbietet das.
  • KI formuliert einen Einwilligungs-Text für den Bewerber-Pool ohne Freiwilligkeits-Prüfung im Formular-Kontext.
  • KI übersieht den Unterschied zwischen Widerrufsrecht (Art. 7 Abs. 3 DSGVO) und Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO) — bei Einwilligungs-Texten relevant.
13

Rechtsgrundlagen

Normen, Urteile, Belege

Primärnormen

  • Rechtsgrundlage Vertragsanbahnung
  • Nationale Öffnungsklausel für Beschäftigtendatenschutz
  • Datenverarbeitung im Beschäftigungsverhältnis — Bewerbungsverfahren
  • Einwilligungsvoraussetzungen · Besondere Kategorien
  • Diskriminierungsverbot · Benachteiligungsverbot · Entschädigung
  • Beweislast-Erleichterung für Bewerber
  • Informationspflichten bei Datenerhebung

Behörden-Orientierungshilfen

  • Aufbewahrungsfristen und Rechtsgrundlagen
  • Praxishinweise zur Aufbewahrung

Berufsrechtliche Grundlagen

  • Anwaltliche Verschwiegenheit
  • Auftragsverarbeitung und IT-Auslagerung
  • Verletzung von Privatgeheimnissen

Sekundärquellen

  • Mandantentransparenz und KI-Einsatz
  • Erfurter Kommentar — §§ 26 BDSG, AGG

Stand: · Nächste Überprüfung:

Hinweis zur Nutzung

Zur Orientierung — nicht als Mandatsersatz

Diese Anleitung beschreibt einen Arbeitsablauf, den Sie mit anymize umsetzen können. Sie ist zur Orientierung gedacht und ersetzt weder die anwaltliche Würdigung im Einzelfall noch eine fachanwaltliche Prüfung. Welche Rechtsprechung einschlägig ist, wie der Sachverhalt rechtlich zu bewerten ist, welche Anträge in Ihrem konkreten Mandat richtig sind — das bleibt selbstverständlich bei Ihnen.

KI-Outputs müssen vor jeder Verwendung anwaltlich geprüft werden. Insbesondere Urteils-Aktenzeichen, Norm-Verweise und Fristen sind gegen Primärquellen zu verifizieren. anymize gewährleistet die Vertraulichkeit der Mandantendaten gegenüber dem KI-Anbieter; die fachliche Richtigkeit des Outputs liegt in Ihrer Verantwortung.

Jetzt starten.
14 Tage kostenlos testen.

Alle Modelle. Alle Features. Keine Kreditkarte.

Wir sind überzeugt von anymize. Und wir wissen: Bei einem KI-Werkzeug, das Mandanten-, Patienten- oder Mitarbeiter-Daten berührt, reicht ein Demo-Video nicht. Deshalb 14 Tage voller Zugang – alle Modelle, alle Features, keine Kreditkarte. Genug Zeit, um sicher zu sein, bevor du uns vertraust.

Dein KI-Arbeitsplatz wartet.