Wirtschaftsrecht

Sanktions-Listen-Prüfung

anymize entfernt Mandanten-, Vertragspartner- und Transaktions-Bezüge automatisch aus dem Screening-Material, bevor es an GPT, Claude oder Gemini geht — und setzt sie nach der KI-Antwort wieder ein. So strukturieren Sie das Sanktions-Screening gegen EU-, OFAC- und UN-Listen mit Beneficial-Ownership-Analyse und dokumentierter Prüfkette, ohne § 43a BRAO oder § 203 StGB zu berühren.

Schwierigkeit: Fortgeschritten · Datenklasse: Mandantendaten · Letztes Review:

Zur Orientierung gedacht. Die anwaltliche Würdigung im Einzelfall bleibt selbstverständlich bei Ihnen — KI-Outputs sind vor jeder Verwendung zu prüfen. Mehr dazu am Ende.

01

Anwendungsbereich

Worum geht es hier?

Verträge analysieren

Die Sanktions-Listen-Prüfung ist eine Compliance-Pflicht für jedes Unternehmen mit Außenwirtschafts-Aktivitäten — und eine persönliche Strafbarkeits-Falle für Anwälte und Geschäftsführer (§ 18 AWG, Art. 8 VO 833/2014). EU-Sanktionen ändern sich durch Notfall-Beschlüsse des Rats praktisch wöchentlich; OFAC SDN-Liste (USA) hat extraterritoriale Wirkung. Die Prüfkette muss dokumentiert sein: wer hat wen wann gegen welche Liste geprüft, was war das Ergebnis. KI kann die Beneficial-Ownership-Analyse systematisieren und die Prüfungs-Dokumentation strukturieren — anymize hält die Mandanten- und Transaktionsdaten aus dem KI-Kontext.

02

Für wen passt das?

Zielgruppe und Kontext

Rolle
Wirtschaftsrechts-Anwält:in, Compliance-Officer, Export-Compliance-Manager, Inhouse-Counsel in Außenwirtschafts-Funktion, Bankrecht-Anwält:in (KYC/AML-Workflow), M&A-Anwält:in (Pre-Closing-Sanktionscheck).
Seniorität
Einsteiger bis Mittelstufe für Standard-Screening-Workflow. Für Beneficial-Ownership-Analyse bei komplexen Konzernstrukturen und für OFAC SDN-Spezialfragen (secondary sanctions, US-person-Definition) Senior-Associate-Niveau.
Kanzleigröße
Kleinkanzlei bis Großkanzlei sowie Inhouse-Rechtsabteilungen. In der Kleinkanzlei mit Außenwirtschafts-Mandantschaft besonders wertvoll für strukturierte Dokumentation.
Spezifische Kontexte
Pre-Vertrags-Screening neuer Geschäftspartner; Pre-Closing-Sanktionscheck in M&A-Transaktionen; Screening nach Sanktions-Update (neue Russland-Pakete, Iran-Verlängerung, OFAC-Listing); KYC/AML-Compliance-Audit; Mandantenberatung zum Beneficial-Ownership-Register. Anlass ist typischerweise ein Transaktions-Trigger oder ein Compliance-Zyklus.
03

Die Situation in der Kanzlei

So bringen Sie Tempo und Sorgfalt zusammen

Sanktions-Compliance hat drei Ebenen, die parallel laufen müssen: (1) EU-Sanktionen aus über 40 autonomen EU-Sanktionsregimen (Russland, Iran, Belarus, Myanmar, DPRK, Syrien etc.) — die VO 833/2014 für Russland umfasst Stand 2026 über 20 EU-Pakete mit je neuen Listings und Sektorverboten; (2) US-OFAC-Sanktionen mit extraterritorialer Wirkung — die SDN-Liste umfasst über 15.000 Einträge, und Verstöße können US-Sekundär-Sanktionen (secondary sanctions) gegen das prüfende Unternehmen selbst auslösen; (3) Beneficial-Ownership-Analyse — ein Sanktions-Listing auf einer Person hinter einem Konstrukt (Stiftung, Offshore-Holding, Nominee-Struktur) greift trotzdem, wenn das Unternehmen 50 % oder mehr der Anteile hält (OFAC 50 %-Regel, Art. 2 Abs. 1 lit. e VO 833/2014). § 18 AWG stellt Verstöße gegen EU-Embargo-VOs unter Strafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Ein Associate braucht 2 bis 6 Stunden für ein strukturiertes Sanktions-Screening mit Dokumentation. Mit KI lässt sich die Prüfkette systematisieren und die Beneficial-Ownership-Analyse beschleunigen. Wer ChatGPT direkt nutzt, verletzt § 43a BRAO und § 203 StGB, sobald Mandantenname, Vertragspartner-Daten und Transaktionsdaten den KI-Anbieter erreichen. anymize löst diesen Konflikt.

04

Was Sie davon haben

Zeit, Wert, Vertraulichkeit

Zeit pro Sanktions-Screening

~1,5–4 Stunden

Frontier-KI strukturiert Prüfkette, Beneficial-Ownership-Matrix und Dokumentations-Gerüst in unter 15 Minuten. Der Associate prüft die aktuellen Sanktions-Listen-Einträge manuell (KI-Ergebnis ist immer nur Training-Stand-basiert); die Dokumentation läuft strukturiert.

Mehrwert pro Mandat

€ 500–2.500

Associate-Stundensatz (€ 200–400/h) angewandt auf 1,5 bis 4 freigespielte Stunden.

Vertraulichkeit

strukturell

anymize entfernt 40+ Kategorien — Mandantenname, Vertragspartner-Daten, Transaktionsbeträge, UBO-Daten — bevor der Text das Haus verlässt. § 203 StGB und § 18 AWG-sensible Transaktionsdaten sind strukturell geschützt.

Erkennungsrate

>95 %

Dreifach geprüft (Algorithmus plus zwei spezialisierte KI-Prüfungen).

05

So gehen Sie vor

In 5 Schritten zum Antrag

1

Screening-Scope und Transaktions-Kontext. Sie bestimmen den Screening-Scope: Personen (natürliche Personen, juristische Personen), Waren/Technologien (Dual-Use-Güter-Kontrolle, Sektorverbote), Länder und anwendbare Sanktionsregime (EU, OFAC, UN, BAFA-Exportliste). Sie identifizieren die Transaktions-Struktur und die zu prüfenden Vertragsparteien inklusive bekannter Beteiligungsstrukturen.

Sie

Mandats-Kontext und Prüfungs-Scope

2

anymize anonymisiert das Screening-Material. Über 40 Kategorien — Mandantenname, Vertragspartner-Namen, Adressen, Transaktionsbeträge, UBO-Daten, Nationalitäten — werden durch semantische Platzhalter ersetzt.

anymize

§ 43a BRAO Verschwiegenheit · § 203 StGB · § 2 GeschGehG · § 18 AWG-sensible Daten

3

Frontier-KI strukturiert Prüfkette und Beneficial-Ownership-Analyse. Das pseudonymisierte Screening-Material geht an Ihr gewähltes Modell. Mit dem unten stehenden Prompt wird eine strukturierte Prüfketten-Matrix mit anwendbaren Sanktionsregimen, Beneficial-Ownership-Analyse und Dokumentations-Gerüst erstellt.

GPT / Claude / Gemini in anymize

Strukturierte Prüfkette in Minuten

4

Manuelle Listen-Prüfung und Dokumentation. Sie prüfen die aktuellen Sanktions-Listen-Einträge manuell gegen die KI-strukturierte Matrix: EU-Sanktionskarte (eufinancialconglomerates.eu), OFAC SDN-Liste, BAFA-Exportliste. KI-Ergebnis ist Training-Stand-basiert — aktuelle Listings müssen manuell verifiziert werden.

Sie

Anwaltliche Kernverantwortung — Aktualitäts-Pflicht

5

Prüfungs-Dokumentation und Mandanten-Briefing. Sie finalisieren die Prüfungs-Dokumentation: Wer hat wen wann gegen welche Liste geprüft, Ergebnis (keine Treffer / Treffer, Eskalation). Bei Treffer: sofortige Eskalation zum Compliance-Officer und ggf. Meldung an BaFin oder BAFA. Bei Unsicherheit (Partial-Match, Namens-Übereinstimmung): konservative Handhabung — Zahlung stoppen, Sachverhalt klären.

Sie

Mandantenkommunikation und Compliance-Dokumentation

06

Womit Sie arbeiten

So setzen Sie anymize konkret ein

Was anymize tut

  • Erkennt 40+ Kategorien personenbezogener und vertraulicher Daten — Mandantenname, Vertragspartner-Namen, UBO-Daten, Transaktionsbeträge, Nationalitäten — mit über 95 % Erkennungsrate.
  • Dreistufige Prüfung: Algorithmische Analyse, dann zwei spezialisierte KI-Prüfungen.
  • Bidirektionale Anonymisierung: Sanktions-sensible Transaktionsdaten verlassen den Kanzlei-Kontext nicht.
  • Daten in deutschen Rechenzentren (Hetzner). Originaldokumente werden nicht gespeichert.

Was Sie als Anwält:in tun

  • Screening-Scope und Transaktions-Kontext bestimmen: Personen, Waren, Länder, Sanktionsregime.
  • Anonymisierungs-Vorschau sichten.
  • Aktuelle Sanktions-Listen-Einträge manuell prüfen (EU, OFAC, UN) — KI ist Training-Stand-basiert.
  • Prüfungs-Dokumentation finalisieren; bei Treffer sofort eskalieren.

Daten-Input

Screening-Material: Vertragspartner-Daten (Name, Adresse, Handelsregister-Auszug, UBO-Informationen), Transaktions-Kontext (Betrag, Zweck, Waren/Dienstleistungen), anwendbare Sanktionsregime.

Output-Kontrolle

Pseudonymisiertes Material geht an die KI. Re-identifizierte Prüfketten-Matrix kommt zurück: anwendbare Sanktionsregime, Beneficial-Ownership-Prüfungs-Gerüst, Dokumentations-Vorlage. anymize trifft keine Aussage über tatsächliche Listen-Einträge — das leistet nur die manuelle Echtzeit-Prüfung.

Freigabeprozess

Sie behalten jederzeit die Hoheit: manuelle Listen-Prüfung, anwaltliche Beurteilung von Partial-Matches, Eskalations-Entscheidung. anymize ist der Anonymisierungs-Layer, keine Screening-Datenbank.

07

Die KI-Anweisung

Prompt zum Kopieren

So nutzen Sie diesen Prompt:

1. Transaktions-Typ und anwendbare Sanktionsregime oben im Prompt einfügen.

2. Screening-Material (Vertragspartner-Daten, UBO-Informationen) in anymize einfügen.

3. In anymize unter „Tools → Reasoning“ auf „Thinking-Modus“ stellen, dann KI-Aufruf starten — der Output gibt die Prüfketten-Matrix, die manuell gegen Echtzeit-Listen verifiziert werden muss.

Empfohlener Reasoning-Modus in anymize: Thinking-Modus. Bei komplexen Beneficial-Ownership-Ketten und OFAC-Sekundärsanktions-Fragen Max. KRITISCH: KI-Output strukturiert nur die Prüfkette — die Echtzeit-Listen-Prüfung (EU-Sanktionskarte, OFAC SDN, BAFA) muss manuell erfolgen. Modell-Auswahl in anymize.
# Rolle
Du bist Außenwirtschaftsrecht- und Sanktions-Compliance-Assistenz für
eine Wirtschaftsrechts-Praxis.
Rechtsstand: <heutiges Datum — bitte aktuell ermitteln und hier einsetzen>.
Transaktions-Typ: [WARENLIEFERUNG / DIENSTLEISTUNG / KAPITAL-
TRANSAKTION / M&A-CLOSING / SONSTIGES] — einfügen.
Anwendbare Sanktionsregime: [EU-RUSSLAND (VO 833/2014) / EU-IRAN /
EU-BELARUS / OFAC-SDN / UN-LISTEN / BAFA / MEHRERE] — einfügen.

# Aufgabe
Erstelle eine strukturierte Prüfketten-Matrix für das Sanktions-
Screening der vorgelegten Vertragsparteien und Transaktion.
Identifiziere anwendbare Sanktionsregime, Beneficial-Ownership-
Prüfungs-Schritte und erstelle eine Dokumentations-Vorlage.

WICHTIGER HINWEIS: KI kann keine Echtzeit-Listen-Prüfung durchführen.
Der Output strukturiert die Prüfkette — die manuelle Prüfung gegen
aktuelle Listen (EU-Sanktionskarte, OFAC SDN, BAFA) ist zwingend.

# Kategorien

1. **Personen-Screening**
   - Natürliche Personen: vollständiger Name, Geburtsdatum, Nationalität,
     Wohnanschrift
   - Juristische Personen: Firma, Rechtsform, Sitz, Handelsregister-Nr.,
     Vertretungsberechtigte
   - Varianten und Schreibweise (Transliterations-Varianten bei
     russischen, arabischen, chinesischen Namen)

2. **Beneficial-Ownership-Analyse**
   - UBO-Kette: direkte und indirekte Beteiligungen ≥ 25 % (GwG § 3)
   - OFAC 50 %-Regel: direkte oder indirekte Kontrolle ≥ 50 % durch
     Sanktionierte Personen (einzeln oder zusammen)
   - Art. 2 Abs. 1 lit. e VO 833/2014-Analyse bei Russland-Bezug
   - Nominee-Strukturen, Stiftungen, Offshore-Holding-Ketten

3. **Waren- und Technologie-Kontrolle**
   - Dual-Use-Güter (VO 2021/821): HS-Code und Exportkontroll-Nr.
   - Sektorverbote VO 833/2014: Energiesektor, Militär/Rüstung,
     Technologie-Transfer
   - US-EAR-Kontrolle (Export Administration Regulations) bei US-
     Komponenten oder US-Technologie-Lizenz

4. **Anwendbare Sanktionsregime — Prüfungsmatrix**
   - EU-Sanktionsregime: anwendbares Regime identifizieren,
     letzte Pakete und Änderungsdaten
   - OFAC SDN / SSI (Sectoral Sanctions Identifications):
     Programm-Codes prüfen
   - UN Security Council Consolidated List
   - BAFA: Exportkontroll-Anfrage oder Genehmigungspflicht

5. **Prüfungs-Dokumentation**
   - Prüfdatum
   - Prüfender (Name, Funktion)
   - Geprüfte Listen (Name der Liste, Versionsstand)
   - Ergebnis: kein Treffer / Treffer / Partial-Match
   - Bei Partial-Match: Eskalations-Vermerk
   - Nächstes Prüfdatum (Wiederholung bei Transaktionen > 6 Monate)

# Ausgabe-Format

- Screening-ID: [z. B. SC-2024-001]
- Mandant: [[Unternehmensname-Hash-M]]
- Transaktions-Typ: [eingefügt]
- Vertragspartei 1: [[Unternehmensname-Hash-1]] / [[Personenname-Hash-1]]
- Vertragspartei 2: [[Unternehmensname-Hash-2]] / [[Personenname-Hash-2]]
- Anwendbare Regime: [eingefügt]
- Prüfketten-Matrix: tabellarisch je Kategorie
- Dokumentations-Vorlage: strukturiertes Prüfprotokoll
- Eskalations-Trigger: Liste von Szenarien, die sofortigen Stopp
  erfordern

Falls Beneficial-Ownership-Informationen nicht verfügbar:
„Beneficial-Ownership-Daten unvollständig — Ergänzung erforderlich
  vor Screening-Abschluss."

# Verbote
KEIN Urteil über tatsächlichen Listen-Eintrag — nur Prüfketten-
Strukturierung.
KEIN BGH-/EuGH-Zitat ohne Aktenzeichen.
KEINE Empfehlung zur Transaktion ohne anwaltliche Prüfungs-Pflicht.

# Platzhalter-Regel
Alle Platzhalter im Format [[Kategorie-Hash]] wörtlich in deinen
Output übernehmen — die Re-Identifikation erfolgt außerhalb durch anymize.
08

So sieht der Sachverhalt aus

Pseudonymisierter Eingabetext

Sanktions-Screening-Material nach anymize-Anonymisierung. Mandant, Vertragspartner, UBO-Namen, Nationalitäten, Transaktionsbetrag und Bank sind durch Platzhalter ersetzt.
SANKTIONS-SCREENING — SCREENING-MATERIAL

Mandant: [[Unternehmensname-f11b]] GmbH, Deutschland
Transaktions-Typ: Warenlieferung — Maschinentechnik (HS-Code: [PRÜFEN])
Vertragspartei (Käufer): [[Unternehmensname-a1b2]], [[Adresse-c3d4]]
  Geschäftsführer: [[Personenname-e5f6]], Nationalität: [[Nationalität-g7h8]]
  Handelsregister: [[Nummer-i9j0]]

UBO-Information (Käufer):
  [[Personenname-k1l2]] (Beteiligung: [[Prozentsatz-m3n4]] %),
    Nationalität: [[Nationalität-n5o6]]
  [[Personenname-p7q8]] (Beteiligung: [[Prozentsatz-r9s0]] %),
    Nationalität: [[Nationalität-t1u2]]

Transaktionsbetrag: [[Geldbetrag-v3w4]] EUR
Zahlungsweg: [[Bankname-x5y6]], [[Land-z7a8]]
09

So liefert anymize zurück

Der Antrags-Entwurf

KI-Output (Beispiel) nach anymize-Re-Identifikation. Die Prüfkette ist strukturiert — die manuelle Echtzeit-Prüfung gegen aktuelle Listen ist zwingend.
# Sanktions-Screening-Prüfkette — SC-2024-001

**Mandant:** [[Unternehmensname-f11b]] GmbH
**Transaktions-Typ:** Warenlieferung
**Anwendbare Regime:** EU-Sanktionen (allgemein), OFAC SDN, BAFA

## Prüfketten-Matrix

| Prüf-Schritt | Objekt | Liste | Methode | Status |
|---|---|---|---|---|
| Personen-Screening GF | [[Personenname-e5f6]] | EU-Sanktionskarte, OFAC SDN, UN | Name + Geburtsdatum + Nationalität [[Nationalität-g7h8]] | MANUELL ZU PRÜFEN |
| Personen-Screening UBO 1 | [[Personenname-k1l2]] ([[Prozentsatz-m3n4]] %) | EU-Sanktionskarte, OFAC SDN | Name + Nationalität [[Nationalität-n5o6]] | MANUELL ZU PRÜFEN |
| Personen-Screening UBO 2 | [[Personenname-p7q8]] ([[Prozentsatz-r9s0]] %) | EU-Sanktionskarte, OFAC SDN | Name + Nationalität [[Nationalität-t1u2]] | MANUELL ZU PRÜFEN |
| OFAC 50 %-Regel | [[Personenname-k1l2]] + [[Personenname-p7q8]] kumuliert | OFAC SDN | [[Prozentsatz-m3n4]] % + [[Prozentsatz-r9s0]] % re-identifizieren: ≥ 50 %? | PRÜFEN |
| Unternehmens-Screening | [[Unternehmensname-a1b2]] | EU-Sanktionskarte, OFAC SDN | Firmenname + HRB [[Nummer-i9j0]] | MANUELL ZU PRÜFEN |
| Zahlungsweg | [[Bankname-x5y6]], [[Land-z7a8]] | OFAC SDN / EU-Bankensanktionen | Bank gegen SDN/OFAC-Banken-Listing | MANUELL ZU PRÜFEN |
| Waren-Kontrolle | HS-Code [PRÜFEN] | BAFA Dual-Use-Liste / VO 2021/821 | HS-Code gegen Exportkontroll-Nr. | HS-CODE ERGÄNZEN |

## Eskalations-Trigger

- UBO kumuliert ≥ 50 % sind sanktioniert (OFAC 50 %-Regel): SOFORT STOPP
- Jeder direkte Treffer in EU-Sanktionskarte oder OFAC SDN: SOFORT STOPP
- Partial-Match (Name-Übereinstimmung ohne vollständige Identifikation): STOPP bis Klärung
- Zahlungsweg-Bank auf OFAC SDN oder EU-Bankensanktionen: SOFORT STOPP

## Dokumentations-Vorlage

Prüfdatum: [Datum]
Prüfender: [Name, Funktion]
Geprüfte Listen: EU-Sanktionskarte (Stand [Datum]), OFAC SDN (Stand [Datum]),
  UN Consolidated List (Stand [Datum]), BAFA (Stand [Datum])
Ergebnis: [Kein Treffer / Treffer / Partial-Match]
Nächstes Prüfdatum: [Bei Transaktionen > 6 Monate: erneutes Screening]
10

Was das Berufsrecht verlangt

Pflichten — und wie anymize sie abdeckt

KI kann keine Echtzeit-Listen-Prüfung leisten

Der KI-Output strukturiert die Prüfkette und identifiziert anwendbare Sanktionsregime — er kann aber keine aktuellen Listen-Einträge prüfen, da das Modell einen Training-Cutoff hat. EU-Sanktionspakete werden wöchentlich aktualisiert; OFAC SDN-Liste täglich. Manuelle Echtzeit-Prüfung ist zwingend.

OFAC 50 %-Regel — kumulierte Beteiligung zählt

Nach der OFAC 50 %-Regel ist ein Unternehmen als sanktioniert zu behandeln, wenn sanktionierte Personen direkt oder indirekt zusammen 50 % oder mehr der Anteile oder Stimmrechte halten — auch wenn jeder einzeln unter 50 % liegt. Beneficial-Ownership-Kette muss vollständig aufgerollt werden.

§ 18 AWG — persönliche Strafbarkeit

Verstöße gegen EU-Embargo-Verordnungen sind nach § 18 AWG mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren (bei schwerem Fall) bedroht. Die persönliche Strafbarkeit trifft Geschäftsführer, Vorstände und — bei Beihilfe — auch beratende Anwälte. Keine Transaktion abwickeln, bevor Prüfkette vollständig dokumentiert ist.

US-Sekundärsanktionen (secondary sanctions) haben extraterritoriale Wirkung

OFAC-Sekundärsanktionen (z. B. Iran, Russland, Nordkorea) können auch Nicht-US-Unternehmen treffen, die mit sank­tionierten Personen oder Sektoren Geschäfte machen — ohne US-Berührung. Mandanten mit US-Dollar-Zahlungen oder US-Technologie-Lizenzen sind besonders exponiert.

Partial-Match erfordert konservative Handhabung

Bei Namens-Übereinstimmung ohne vollständige Identifikation (Name stimmt überein, Geburtsdatum fehlt) ist die einzig sichere Reaktion ein Zahlungs-Stopp bis zur vollständigen Klärung. Kein Vertrauen auf 'wahrscheinlich nicht derselbe'.

11

Datenschutz und Vertraulichkeit

So funktioniert das mit anymize

Die juristisch entscheidende Frage bei der Sanktions-Listen-Prüfung: Sieht der KI-Anbieter Mandantenname, Vertragspartner-Daten, UBO-Informationen und Transaktionsbeträge? Antwort mit anymize: nein. Sanktions-sensible Transaktionsdaten sind besonders schutzbedürftig. Vor dem KI-Aufruf werden alle Klarnamen, Nationalitäten, Beteiligungsverhältnisse und Transaktionsbeträge durch Platzhalter ersetzt. Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner), AVV nach Art. 28 DSGVO und § 43e BRAO im Standardvertrag.

Was anymize konkret leistet

  • Erkennt Mandantenname, Vertragspartner-Daten, UBO-Namen, Nationalitäten und Transaktionsbeträge mit über 95 % Genauigkeit.
  • Ersetzt sie durch semantische Platzhalter — Sanktions-sensible Transaktionsdaten verlassen den Kanzlei-Kontext nicht.
  • Re-identifiziert die KI-Antwort automatisch — die Prüfketten-Matrix kommt mit den richtigen Namen zurück.
  • Verarbeitung in deutschen Rechenzentren (Hetzner). AVV nach Art. 28 DSGVO mit § 43e BRAO-Erklärung im Standardvertrag.
  • Originaldokumente werden nicht gespeichert.
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Sicherheitscheck vor der Einreichung

Was anymize liefert — was Sie souverän entscheiden

Vor dem KI-Aufruf

  • Screening-Scope bestimmt: Personen, Waren, Länder, anwendbare Sanktionsregime?
  • Beneficial-Ownership-Informationen vollständig (UBO-Kette bis 25 % GwG)?
  • Anonymisierungs-Vorschau gesichtet?
  • HS-Code der Waren für BAFA-Kontrolle identifiziert?

Nach der KI-Antwort

  • Manuelle Echtzeit-Prüfung gegen aktuelle EU-Sanktionskarte, OFAC SDN und UN-Liste durchgeführt?
  • OFAC 50 %-Regel kumuliert berechnet?
  • Partial-Matches vollständig geklärt (Zahlungs-Stopp bis Klärung)?
  • Zahlungsweg-Bank gegen Banken-Sanktionslisten geprüft?

Prüfungs-Dokumentation

  • Prüfkette vollständig dokumentiert (Datum, Prüfender, Listen, Ergebnis)?
  • Nächstes Prüfdatum festgelegt (bei Transaktionen > 6 Monate)?
  • Bei Treffer: Eskalation an Compliance-Officer und ggf. BAFA/BaFin-Meldung?

Typische Fehlermuster — und wie anymize gegensteuert

  • KI liefert Prüfketten-Struktur ohne Echtzeit-Treffer — Verwechslung von Struktur-Output mit tatsächlichem Screening-Ergebnis ist häufigster Fehler.
  • Beneficial-Ownership-Kette wird abgebrochen, wenn Offshore-Holding nicht im Handelsregister eingetragen — OFAC 50 %-Regel gilt trotzdem.
  • Nationalitäts-Varianten und Transliterations-Varianten (russische, arabische Namen) werden im manuellen Screening nicht vollständig abgedeckt — KI-Strukturierung hilft Varianten-Listen zu erstellen.
  • Zahlungsweg-Bank wird bei Sanktions-Screening vergessen — Zahlung durch sanktionierte Bank löst eigenständigen Verstoß aus.
  • HS-Code für Waren-Kontrolle fehlt — ohne HS-Code ist BAFA Dual-Use-Check nicht möglich.
13

Rechtsgrundlagen

Normen, Urteile, Belege

EU-Sanktionsrecht

  • EU-Russland-Sanktionen — Sektorverbote und Listen
  • Dual-Use-Güter-Kontrolle der EU
  • Beneficial-Ownership-Definition Russland-Sanktionen

Deutsches Außenwirtschaftsrecht

  • Strafbarkeit bei Embargo-Verstößen
  • Außenwirtschaftsverordnung — Genehmigungspflichten
  • Wirtschaftlich Berechtigter — 25 %-Schwelle

US-Sanktionsrecht

  • Specially Designated Nationals and Blocked Persons
  • Aggregation-Regel für Beneficial-Ownership

Berufsrechtliche Grundlagen

  • Anwaltliche Verschwiegenheit
  • Verletzung von Privatgeheimnissen
  • Auftragsverarbeitungs-Vertrag

Sekundärquellen

  • Mandantentransparenz und KI-Einsatz
  • Praxis-Hinweise zur Sanktionskontrolle
  • Halluzinations-Quoten 17–33 % bei Legal-Tools

Stand: · Nächste Überprüfung:

Hinweis zur Nutzung

Zur Orientierung — nicht als Mandatsersatz

Diese Anleitung beschreibt einen Arbeitsablauf, den Sie mit anymize umsetzen können. Sie ist zur Orientierung gedacht und ersetzt weder die anwaltliche Würdigung im Einzelfall noch eine fachanwaltliche Prüfung. Welche Rechtsprechung einschlägig ist, wie der Sachverhalt rechtlich zu bewerten ist, welche Anträge in Ihrem konkreten Mandat richtig sind — das bleibt selbstverständlich bei Ihnen.

KI-Outputs müssen vor jeder Verwendung anwaltlich geprüft werden. Insbesondere Urteils-Aktenzeichen, Norm-Verweise und Fristen sind gegen Primärquellen zu verifizieren. anymize gewährleistet die Vertraulichkeit der Mandantendaten gegenüber dem KI-Anbieter; die fachliche Richtigkeit des Outputs liegt in Ihrer Verantwortung.

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